Institut für Jugendbuchforschung

Vortrag des Illustrators Markus Lefrancois am 6. Februar am Institut für Jugendbuchforschung/Frankfurt

Mit Bildern Geschichten erzählen

Am 6. Februar war der in Kassel lebende Illustrator Markus Lefrancois zu Gast am Institut für Jugendbuchforschung. Der Künstler gab dabei den Lehramtsstudierenden einen Einblick in seine Arbeit: „Der Beginn des Tages, ist der Beginn einer neuen Geschichte. Das bedeutet, neuer Tag, neues Glück. Und so lasse ich meine Bücher starten“, erzählte der Illustrator. Den Einstieg in seinen Vortrag bereitete Markus Lefrancois mit seinen illustrierten Märchen vor. Er verdeutlichte den Studierenden, welche Arbeit hinter den Bildern steckt und welche Macht ein Illustrator über den Leser hat: „Ich als Zeichner kann die Blicke lenken und bestimmen, auf welche Höher sich der Betrachter befindet, wie lange etwas angesehen und vor allem was gesehen wird.“
Den zweiten Teil des Vortrags bildete die Einsicht in den Entstehungsprozess des Malheftes und der Unterrichtsmaterialien, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur sowie dem Umweltbundesamt entstanden sind. Das Projekt wurde im Rahmen der Flüchtlingswelle in Leben gerufen und soll Kinder für ihre Umgebung sensibilisieren. Dabei zielt das Malheft darauf ab, mit Bildern Geschichten zu erzählen. „Fast alle Kinder drücken sich über das Malen aus. Schreiben ist eher gehemmt und verkopft. Das Malen fließt einfach aus einem heraus“, stellt der Künstler fest. Daher sei der Prozess des Malens für Kinder sehr wichtig. Sowohl das Malheft als auch die begleitenden Unterrichtsmaterialien basieren auf der Frage: Was haben wir alle gemeinsam? Die Antwort lautet: Die fünf Sinne. Anhand der Sinne sollen die Kinder angeregt werden ihre Geschichten und Kindheitserfahrungen bildlich zu erzählen.

Werkstatteinblick der Berliner Verlegerin Gabriela Bracklo (Edition Bracklo) am 19.12.2017 am Institut für Jugendbuchforschung/Frankfurt.

Das Bilderbuch als Sozialisationsmedium für Kinder

Im Rahmen eines Bilderbuch-Seminars brachte Frau Bracklo den insgesamt 40 Lehramtsstudierenden die Bedeutung von Multikulturalität im Bilderbuch näher. Eines der Hauptanliegen von Edition Bracklo ist es, jungen Menschen sowie Vermittlerinnen und Vermittlern Einblicke in Inhalte und Potentiale des Bilderbuchs für den kulturübergreifenden und sozialen Bereich zu geben. Am Beispiel der deutschen Version des mehrfach ausgezeichneten katalanischen Bilderbuchs Das verschwundene Kind des Illustrators Tassies (erhältlich ab Frühjahr 2018), ging die Verlegerin auf die weltweit unterschiedlichen Weihnachtstraditionen ein. Keine andere Geschichte als die Weihnachtsgeschichte wird seit mehreren Tausend Jahren von Generation zu Generation weitergegeben und ist auch in der heutigen Zeit noch aktuell, handelt es sich hierbei im erweiterten Sinn um eine Flucht- und Integrationsgeschichte.
Die Rahmenhandlung des Buches bildet die Weihnachtsgeschichte. Im Inneren geht es jedoch eher darum, an Dinge zu erinnern, die positiv sind – ohne dabei eine „heile-Welt-Manier“ abzubilden. Als kulturübergreifender Vermittlungsweg bietet sich das Kamishibai-Theater an, das einen Brückenschlag zwischen Poesie, Theater und gemeinsamen Erleben ermöglicht und zur gemeinsamen Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anregt.
Der Vortrag verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig Bilderbücher als Vermittlungsmedium sind, um sozial, gesellschaftlich und politisch schwierige Themen wie Flucht, Integration und Umwelt- bzw. Völkerverstehen mit Kindern zu Hause oder im Unterricht zu ermöglichen.

Am 04. und 06.07.2017 stellte die Künstlerin und Bilderbuchillustratorin Patricia Thoma ihre Arbeit den Studierenden am Institut für Jugendbuchforschung vor

Seit 2015 konzentriert sich die Arbeit von Patricia Thoma verstärkt vor allem auf Kinder, die aus ihrem Heimatland geflohen sind. Dabei verfolgt sie nicht den Ansatz nach der Frage über die Fluchtgeschichte. Viel eher will sie mit ihrer Arbeit helfen, gute Erinnerungen wachzurufen und festzuhalten. Daher stellt sie den Kindern folgende Fragen: Was wollt ihr mit den Kindern hier teilen? Was wollt ihr ihnen aus eurem Heimatland erzählen?

Die Antworten haben die Kinder malerisch festgehalten. Besonders auffällig: Die Kinder malten in den meisten Fällen ihr heimisches Umfeld, ihre gewohnte Umwelt – das Haus der Familie, den Garten, das Auto oder einen Spielplatz, sich selbst beim Blumengießen oder beim Spielen mit den Geschwistern. Bei der Betrachtung der Bilder wird deutlich: meine (Um)Welt und deine (Um)Welt sind gar nicht so verschiedenen. Begleitet wurden diese Motive stets von den Flaggen des jeweiligen Herkunftslandes. Die Ergebnisse bei Jugendlichen wirkten hingegen in einigen Fällen düster und bedrohlich, mit aus den Nachrichten bekannten Motiven.

Patricia Thoma fasst in diesem Buch gekonnt die Themen Vorurteile, Migration und Integration aber auch Themen wie eine gemeinsame Umwelt zusammen. Indem sie Kinder aus anderen Ländern ihre Heimat vorstellen lässt, dreht sie die Willkommenskultur um. Durch dieses Konzept erhalten Kinder, deren Heimatland Deutschland ist, Einblicke in das normale Leben in anderen Ländern und erfahren, dass trotz unterschiedlicher Kulturen, die Erde unser gemeinsamer Planet ist, den es zu schützen gilt.

Bilderbuchkünstler Jonas Lauströer zu Gast im Institut für Jugendbuchforschung

Am 30. und 31. Mai 2016 war der Hamburger Bilderbuchkünstler und Wissenschaftsillustrator Jonas Lauströer mit seinem Bilderbuch „Vom Fischer und seiner Frau“ in Einführungsseminaren zur Kinder- und Jugendliteratur am Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität in Frankfurt am Main zu Gast. Neben grundlegenden Überlegungen zur Erstellung eines Bilderbuches im Kontext aktueller Produktionsbedingungen des Kinderbuchmarktes wurden insbesondere am Beispiel von Runges Fischer-Märchen Möglichkeiten der Umsetzung von Umweltfragen in Text-Bild-Relationen diskutiert. Lauströer interpretiert Runges Märchen im Hinblick auf die zunehmende Meeresverschmutzung, Umweltveränderungen und Folgen neu. Damit nimmt er über das Bilderbuch Stellung zu Umweltdiskursen und regt den Betrachter an, das eigene Verhalten zu überprüfen. Im Seminar gab Lauströer Einblick in den Entstehungskontext und trat in einen lebhaften Austausch mit Studierenden. Hierbei ist es ihm ein Anliegen sowohl kleine als auch große Leser anzusprechen.

Bilder: Institut für Jugendbuchforschung

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