Serafina - Nachwuchspreis Illustration 2014 an Julie Völk und ihr Erstlingswerk "Das Löwenmädchen" (Gerstenberg 2014)

Im Jahr 2014 wurde der Nachwuchspreis Illustration durch die Mediengruppe Pressedruck, Verlag der Augsburger Allgemeinen, ausgebaut und ist mit 2.500 Euro dotiert. Er wird in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vergeben. Mit dem Preis wird eine Figur verliehen, die von der Königlichen Porzellan Manufaktur Nymphenburg gestiftet wird. Als Preisfigur wurde eine Giraffe ausgewählt, die den Namen Serafina trägt. Das Signet zum Nachwuchspreis Serafina wurde von Illustratorin Anke Kuhl entworfen.

Die Überreichung des Nachwuchspreises Illustration sowie des Märchenillustrationsstipendiums 2014 fand für alle Bilderbuchliebhaber am Mittwoch, dem 8. Oktober 2014, ab 16:30 Uhr im Kinderbuchzentrum in Halle 3.0/ K 137 auf der Frankfurter Buchmesse mit musikalischem Empfang der Mark Trommler Band statt.

Serafina - Stipendium Märchenillustration 2014

Für das Jahr 2014 wurde das Märchenillustrationsstipendium in Höhe von 1.250 ¤, gestiftet von der Märchen-Stiftung Walter Kahn, der Berliner Künstlerin Julia Beutling für ihr Buch Von den Fischer un siine Fru anerkannt. Das Stipendium wurde in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels vergeben.

Preisbuch 2014

Julie Völk,
Kim Fupz Aakeson:
Das Löwenmädchen.
Gerstenberg Verlag.
Hildesheim 2014.
ISBN 978-3-8369-5179-1.

Aus der Begründung der Jury:
"Wie ist das, wenn man sich fürchtet vor der Außenwelt? Louise traut sich nicht, Kontakt aufzunehmen, hat Angst vor den anderen Kindern, dem Lehrer, vor vielem – und erträgt diese Situation nur mit Hilfe eines imaginierten Löwen. Julie Völk hat Kim Fupz Aakesons Geschichte konsequent in eine höchst fragile Bleistiftwelt gesetzt, mit Bäumen, deren Kronen viel zu schwer für die hauchdünnen Stämmchen sind, mit schmalen Turmhäusern, die mit verschreckten Fensterguckern Symbol für die Einsamkeit sind.
Dann aber der Löwe: sonnengelb, majestätisch, gutmütig lächelnd platziert ihn die Illustratorin in die Seiten, und auch wenn er von den anderen kaum wahrgenommen wird, gibt er Louise die nötige Sicherheit. Völk lässt Louise nicht die einzig Unsichere sein, sie zeichnet andere schüchterne Kinder. Und sie verändert Proportionen, lässt Bedrohliches wie Beschützendes überdimensioniert anwachsen und rückt das, was aus Kindersicht wichtig ist, in den Vordergrund. Wie der neue Nachbar, von Louise als Großwildjäger gefürchtet, mit seinem Einzug das Aufmerksamkeitsgefüge verändert, wie Louise plötzlich nicht mehr unbemerkt ist, wie er sich Zeit nimmt und zuhört, was alle anderen bislang vermieden haben – das zeigt Völk in eindringlichen Bildern, auf de-nen sie sehr gezielt nur wenige Farbakzente setzt, eine Ausnahmeerscheinung inmitten der vielen bunten Bilderbuchwelten."

Preisbuch 2014

Julia Beutling: Von den Fischer un siine Fru
Carl Schünemann Verlag. Bremen 2013
ISBN 978-3-944552-04-0

Aus der Laudatio vom 8.10.2014:
"Julia Beutling ist sich der Dialogizität von Mensch und Natur gleichwie der Steigerung von Raum, Zeit und Wünschen der Fischersfrau in ihren Darlegungen sehr wohl bewusst. In ihrer Bilderfolge wird nicht allein die sich wandelnde Farbskala (von „blank“, „geel, grön“ bis „gans swart“), sondern auch die Allgewalt der Natur kraftvoll spürbar.
Angelt der Fischer zunächst einmal nur einen Fisch, so entpuppt sich dieser mit zunehmender Gier des Menschen zu einem riesenhaften Seeungeheuer, das fast ein bisschen an Leviatan erinnert, der vom Mensch freilich nie zu bezwingen ist. Grund der Verwandlung von Natur und Elementen können im Text mit der zunehmenden superbia, dem menschlichen Hochmut, in Verbindung gebracht werden.
In Beutlings Interpretation jedoch scheint es da noch andere Gründe zu geben, die möglicherweise auch auf die Probleme der Umweltverschmutzung und Überfischung unserer Meere zurückzuführen sind und so die Geschichte auch zu einem Plädoyer für den sorgsamen Umgang mit Tier und Natur werden lassen."

Die Künstlerin

Julie Völk, 1985 in Wien geboren, wuchs im ländlichen Niedersachsen auf. Sie studierte an der HAW in Hamburg Illustration. Ihre Bachelorarbeit, Das Löwenmädchen, ist in Zusammenarbeit mit dem Gerstenberg Verlag entstanden und ihr erstes illustriertes Kinderbuch. Julie Völk lebt in Hamburg.

Download:
Flyer Serafina

Die Künstlerin

© Foto: privat

Julia Beutling wurde am 26.12.1986 in Berlin geboren. Sie studierte von 2007 bis 2014 an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Ihr Studium der Visuellen Kommunikation beendete sie mit Diplomarbeiten über Tierversuche und vegane Bildkommunikation. Seit 2011 arbeitete sie als freiberufliche Illustratorin und Grafikerin für den Carl Schünemann Verlag, die Zeitschrift cinearte XL, den Schacks Verlag, Fixpunkt e. V. und das Naturerbe Zentrum Rügen. Ihre Vorliebe gilt dem nachhaltigen Erzählen ökologischer und sozialer Themen in Bildern (www.juliabeutling.de).

Nominierungsliste 2014

Rán Flygenring, Finn-Ole Heinrich: Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt. Carl Hanser Verlag, 3 Bände. München 2013/2014. 208 S.; ISBN 978-3-446-24523-5.
Rán Flygenrings Bilder entfalten eine Sogwirkung: Temporeich treibt sie die sprachakrobatische wie tiefsinnige Geschichte der gegen Trennung der Eltern und Krankheit der Mutter auflehnenden Protagonistin wie in einer Graphic Novel voran. Zeichnerisch komponiert sie im Zweifarbsystem Seite für Seite typografisch wie bildnerisch durch: Flygenring illustriert nicht, sondern erzählt eigenständig weiter.

Karoline Neubauer, Maria Wieser: König Nesselbart. Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 2014. 28 S.; ISBN 978-3-7022-3390-7.
Vor dem grauenhaft schlecht gelaunten König laufen alle weg – bis ihm schließlich eine beherzte Köchin nachts heimlich den Bart stutzt und große Veränderungen bewirkt. Auf der Folie von Naturfotografien arrangiert Karoline Neubauer papierene Gegenstände und Figuren, die sie auf weißen Seiten beseelt weiterführt und denen sie collagenhaft zu Eigenleben verhilft.

Christina Röckl: Und dann platzt der Kopf. Mannheim: Kunstanstifter Verlag 2014. 72 S.; ISBN 978-3-942795.
Kinder sind Philosophen, das ist bekannt. Auch zur Seele haben sie Kluges und Poetisches zu sagen. Christina Röckl malt so frei und ungebremst zu den Sätzen der Seelenspezialisten, dass es eine wahre Freude ist. Dabei reicht das Spektrum von laut, fröhlich und plakativ über dunkel und bedrohlich bis hin zu schüchtern und zart. So ist das mit der Seele, die hat viele Facetten. In Röckls Bildern leuchtet sie aus dem Dunkeln, wird freigekratzt und schlüpft aus Figuren oder in sie hinein.

Lena Schall: Als die Wellen Wurzeln schlugen. München: mixtvision Verlag 2014. 32 S.; ISBN 978-3-944572-08-6.
Mit unterschiedlichen Maltechniken und Collagen schafft Lena Schall auf Doppelseiten wild-phantastische Landschaften bis ins Science-Fictionhafte hinein mit unzähligen Begebenheiten, die die Betrachter selbst erzählen müssen. Denn Text gibt es keinen bis auf je ein Gegensatzpaar wie »starr – anschmiegsam«. So entdeckt jeder Betrachter andere Geschichten.

Maria Luisa Witte/ Hermann Schulz:Warum wir Günter umbringen wollten. Hamburg: Aladin Verlag 2014. 150 S.; ISBN 978-3-8489-2017-4.
Maria Luisa Wittes Bilder, die als eigenständige Seiten ins Buch gestreut sind, haben etwas eindringlich Flüchtiges. Skizzenhaft, transparent, verwischt-bewegt oder vernebelt setzt die Künstlerin Landschaft und Figuren in Szene. Die Bilder sind dabei trotzdem entschieden und kraftvoll. Diese Ambivalenz zwischen Vagem und Sicherem ist beeindruckend und passt so hervorragend zum Text, dass es schwerfällt,
sich eine andere adäquate Form der Illustration vorzustellen.

Volltextsuche

 

Facebook

Umwelt-Booking

Weitere Informationen

Aktuelle Veranstaltungen

„Fast wie Freunde“
Ausstellungseröffnung im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum mit Serafina Preisträgerin Mirjam Zels
am 10. August 2018, um 18:30 Uhr

Das Bilderbuch „Fast wie Freunde“ erzählt die Geschichte der kleinen ... Mehr lesen

Weitere Informationen

Aktuelle Beiträge