Serafina - Nachwuchspreis Illustration 2015 an Nele Brönner und ihr Erstlingswerk "Affenfalle" (Luftschachtverlag 2015)

Im Jahr 2014 wurde der Nachwuchspreis Illustration durch die Mediengruppe Pressedruck, Verlag der Augsburger Allgemeinen, ausgebaut und ist mit 2.500 Euro dotiert. Er wird in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vergeben. Mit dem Preis wird eine Figur verliehen, die von der Königlichen Porzellan Manufaktur Nymphenburg gestiftet wird. Als Preisfigur wurde eine Giraffe ausgewählt, die den Namen Serafina trägt. Das Signet zum Nachwuchspreis Serafina wurde von Illustratorin Anke Kuhl entworfen.

Die Überreichung des Nachwuchspreises Illustration sowie des Märchenillustrationsstipendiums 2015 fand für alle Bilderbuchliebhaber am Mittwoch, dem 14. Oktober 2015, ab 16:30 Uhr im Kinderbuchzentrum in Halle 3.0/ K 137 auf der Frankfurter Buchmesse statt.

Preisbuch 2015

Nele Brönner:
Affenfalle.
Luftschacht Verlag.
Wien 2015.
ISBN 978-3-902844-57-6.

Aus der Begründung der Jury:

Mit ihrem Kinderbuch-Debüt „Affenfalle“ ist Nele Brönner eine großartig durchkompo-nierte Geschichte gelungen: Im Stil einer Fabel erzählt sie vom durstigen Fuchs in der Wüste, der von den Tieren dringend einen Tipp braucht, wie er zu Wasser kommen kann. Schon die Ouvertüre beeindruckt: Wirkungsvoll setzt Brönner aus Tausenden sanftbeiger Striche eine flirrende Wüste zusammen, in der ein kleiner Fuchs einsam seinen Weg geht. Die Ratschläge der Tiere, die er unterwegs antrifft, sind für ihn nicht realisierbar: Die Antilope läuft zum großen Gebirge, das Erdferkel isst stachelige Nara-Melonen, das Chamäleon trinkt morgens einen Tautropfen usw. Die Striche verändern ihre Farbe, setzen sich neu zusammen, eine flirrende Wüste, deren Hitze für den Be-trachter zu spüren ist.
Die in Marburg geborene Künstlerin abstrahiert Bäume bis zur Zeichenhaftigkeit, setzt farbintensive Tierkörper in Kontrast zu pastellenen Farben und schafft desungeachtet eine Harmonie. Nicht nur an eingestreuten Sprechblasen merkt man, dass die Diplom-Designerin, die Printmedien und Internetauftritte gestaltet, auch im Comic unterwegs ist. Die Affen, auf die der Fuchs dann trifft, choreographiert Brönner in Marcscher Manier zu ständig sich verändernden Beziehungsgeflechten, die in ihrer nervösen Unruhe augenscheinlich ihre ichbezogene Gier demonstrieren. Dramaturgisch geschickt stei-gert sie die Spannung bis zum letzten Versuch des Fuchses, die egoistischen Affen zu überlisten, um ihnen ihr Geheimnis vom Standort des Wasserlochs zu entlocken.

Nominierungsliste für den Nachwuchspreis Illustration 2015

Der Nachwuchspreis Illustration der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse, dem Börsenblatt für den deutschen Buchhandel und der Animationssoftware TigerCreate, gestiftet von der Mediengruppe Pressedruck und der Königlichen Porzellanmanufaktur Nymphenburg wird am 14. Oktober 2015 ab 16:30 Uhr im Kinderbuchzentrum (Halle 3.0) der Frankfurter Buchmesse durch den Kinderbuchautor, -illustrator und Akademiemitglied Paul Maar verliehen.
Zur Verleihung sind alle Bilderbuchliebhaber herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Nachwuchspreis Illustration, gestiftet von der Mediengruppe Pressedruck, ist mit 2.500 Euro dotiert. Er wird in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vergeben. Mit dem Preis wird eine Figur verliehen, die von der Königlichen Porzellan Manufaktur Nymphenburg gestiftet wird.
Die Animationssoftware TigerCreate übernimmt seit diesem Jahr eine Patenschaft für den Nachwuchspreisträger und unterstützt dadurch den Gewinner seinen Siegertitel zu animieren und digital zu publizieren. Für die Nominierten und Bilderbuchkünstler wird zudem im nächsten Jahr ein Workshop dazu angeboten.

Anja Mikolajetz: »Das Herz des Affen«. Aladin. Hamburg 2015. ISBN 978-3-8489-0098-5.
Begehrlichkeiten überall: Der Affe möchte zu den Früchten am anderen Ufer des Flusses, die Frau des Krokodils das Herz des Affen. Wie der Affe dem gefährlichen Krokodil entkommt und den Wünschen seiner Frau, wie aus harmlosem Wunsch bitterer Ernst wird, zeigt Mikolajetz mit einer dramatischen Wucht. Dabei spielt sie mit Perspektiven, Farben, Formen, erzeugt Turbulenzen, sprengt Grenzen, all das mit Witz und einer Gestaltungsfreude, die unwillkürlich auf den Betrachter überspringt.

Eva Plaputta: »Finn Flosse räumt das Meer auf«. Kunstanstifter Verlag. Mannheim 2015. ISBN 978-3-942795-30-2.
An großformatige Holzschnitte erinnern die Bilder der Geschichte eines Meerjungen, der gegen die Umweltverschmutzung kämpft: Eva Plaputta traut sich, nur Ausschnitte zu zeigen, Akzente zu setzen, Farbflächen aufeinander-prallen zu lassen, ein kleines Lehrstück auch über den gezielten Einsatz von Schwarz bis hin zu Szenen, in denen nur ein weißes Augenpaar aus der Dunkelheit des Meeres auftaucht. Dabei erfassen die Meeresströmungen auch die changierende Typografie.

Nanna Prieler: »Die Wörter fliegen«. Nilpferd in Residenz. St. Pölten 2015. ISBN 978-3-701721-46-7.
Geduldig hat Oma den Wortschatz von Pia erweitert; als sie alt wird, trauert sie über ihren langsam versiegenden Sprachstrom. Nanna Prieler lässt Buchstaben zwischen Oma und Enkelin wandern, über die Seite tanzen, vor Hintergründen, deren übereinander gelegte zarte Lasuren Landschaften und Räume bilden, ein Abbild des Kopfkarussells. Prieler zeigt das Vergessen der Wörter als Bestandteil des Generationenkreislaufs von Werden und Vergehen, mit liebevollem Ende: Die Wörter sind bei Pia gut aufgehoben.

Maria Stalder: »Mein Rucksack ist mein Haus«. Atlantis. Zürich 2015. ISBN 978-3-7152-0703-2.
Ein surreales Spiel mit dem Wunsch nach Selbstständigkeit: Unbemerkt verlässt Hannes das Haus, geht in die Welt, wird müde, kuschelt sich in seinen Rucksack. Als er aufwacht, ist es Winter: Nach und nach kommen die Waldtiere vom Hasen bis zur Wildsau, und alle finden Platz in Hannes’ Rucksack ... Die Illustratorin hält ein wohliges Geschmuse voller Geborgenheit fest, macht für den Betrachter Malweisen und Striche nachvollziehbar, durchbricht Realitäten, um zu zeigen: Vieles geht, wenn man es für möglich hält.

Empfehlungsliste 2015

Regina Dürig: 2 ½ Gespenster
Weinheim. Beltz & Gelberg 2015. 139 S.
ISBN 978-3-407-81197-4

Regina Dürig hat ihre Geschichte kunstvoll angelegt: Für Jonna und alle, die mit Leo zu tun haben, bleibt dieser ein Fremder. Seine Bindungslo-sigkeit verstört – und sie ist gleichzeitig eine Aufforderung an die Le-ser/innen, über Vertrauen und Bindung zu reflektieren. Ab 15.

Kira Gembri: Wenn du dich traust
Würzburg. Arena 2015. 336 S.
ISBN 978-3-401-60149-6

Die temperamentvolle, spannungsreiche Erzählung wird abwechselnd erzählt aus der Perspektive von Lea und Jay, die beide nicht unterschiedlicher sein könnten – der eine muss sich aus dem Drogenmilieu lösen, die andere ihre psychischen Obsessionen, vor allem ihren Zählzwang, überwinden. Ab 15.

Claudia Gliemann (Text) & Nadia Faichney (Illustration): Papas Seele hat Schnupfen
Karlsruhe. Monterosa 2015. 62 S.
ISBN 978-3-942640-06-0

Dieses Buch wurde von der Autorin als Manuskript im Nachwuchsseminar 2014 der Akademie vorgestellt: Nele ist glücklich im Zirkus, bis ihr Vater, ein Seilartist, depressiv wird und alles sich verändert. Das Buch lebt ganz besonders von den eigenwilligen Illustrationen der Newcomerin Nadia Faichney – und verdient schon deshalb ein Lob. Ab 6.

Silas Matthes: Miese Opfer Hamburg
Oetinger34 2015. 192 S.
ISBN 978-3-95882-014-2

Fred und Leo werden so lange von einem Mitschüler drangsaliert, bis sich die Gewalt entlädt. Ein realistischer, atmosphärisch dichter Jugendroman, der seinen Lesern Auswege aus Konfliktsituationen aufzeigt. Ab 12.

Eva Rottmann (Text) & Eleanor Sommer (Illustartion): Goldkind
München. mixtvision 2015. 64 S.
ISBN 978-3-95854-029-3

Emma, das wohlerzogene „Goldkind“, flüchtet zu den „Struppigen“, den Obdachlosen im Wald. Eine witzige, märchenhafte Geschichte mit einem guten Ende für Emma, die sich mit ihren Eltern aussöhnt. Die sorgfältige graphische Ausstattung des Bandes ist besonders hervorzuheben. Ab 8.

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