Großer PReis 2017: Alois Prinz

Mit dem Großen Preis, dotiert mit 5.000 Euro und gestiftet von der Waldemar-Bonsels-Stiftung, wurde Alois Prinz in Würdigung seines umfassenden und bewegenden bio-graphischen Schreibens für eine jugendliche und erwachsene Leserschaft ausgezeichnet.
Er ist einer der begnadetsten Biographen der Jugendliteratur unserer Zeit: Sein historisches Repertoire reicht vom furchtlosen Rebellen Martin Luther über den dramatischen Lebensweg des Universalgelehrten und Weltreisenden Georg Forster zu philosophisch-politischen Lebensbildern über bedeutende Persönlichkeiten wie etwa Hannah Arendt oder Porträts von Künstlern wie Hermann Hesse, Franz Kafka oder Milena Jesenská. Dabei spart er den Blick auch auf konfliktreiche Hintergründe nicht aus, wagt sich an Lebensgeschichten eines Brandstifters wie Joseph Goebbels ebenso wie an Lebensspuren der Journalistin und späteren Terroristin Ulrike Marie Meinhof. Eindringlich und klug erzählt Prinz über Menschen und darüber, wie Menschenleben verlaufen können, auf Basis historisch-kritischer Recherchen sowie eines reflektierten Umgangs mit Quellematerialien. Seine Vorliebe für die theologische und philosophische Annäherung an die sichtbare Welt bleibt spürbar. Dies zeigen nicht zuletzt seine Lebensgeschichten zum ersten Christen, dem Apostel Paulus, oder zum „Menschensohn“ selbst, Jesus von Nazaret, ohne dass er dabei auf den Einbezug von Frauengestalten wie Teresa von Avila verzichtet. Kenntnisreich und in schlichter Eleganz erzählt er uns von prägenden Gestalten, die ad bonam und ad malam partem wirken können.

Alois Prinz, geboren 1958 und aufgewachsen in Niederbayern, studierte in München an der Hochschule für Philosophie sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität Germanistik, Politologie und Kommunikationswissenschaft. Er absolvierte eine journalistische Ausbildung und promovierte 1988 mit einer Arbeit über die 68er Studentenbewegung. Bis 1994 arbeitete er als freier Journalist. Inzwischen konzentriert er sich vorwiegend auf das Publizieren von Lebensgeschichten, für die er mittlerweile einige Auszeichnungen und Preise erhalten hat: 2001 erhielt er für seine Biographie über Hannah Arendt den Evangelischen Buchpreis. 2004 wurde er für seine vielfach diskutierte Biographie über Ulrike Meinhof mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Nun ehrt ihn die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach mit dem Großen Preis 2017.

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