Johannes Herwig erhält für seinen Roman [B][I]Bis die Sterne zittern[/I][/B] den Nachwuchspreis 2017 der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. in Volkach verleiht seit 2009 mit Unterstützung von Paul Maar und der Bayernwerk AG neben dem Großen Preis einen Nachwuchspreis für deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur. Den Preis 2015, dotiert mit 1.500 ¤, erhält Johannes Herwig für seinen Debütroman Bis die Sterne zittern.

Johannes Herwig
Bis die Sterne zittern
Gerstenberg 2017.
240 Seiten. Ab 14 Jahre.
ISBN: 978-3-8369-5955-1

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 16-jährige Harro, der eines Tages von Hitlerjungen verprügelt wird. Sie verbringen Zeit vor einem Kino, machen Wochenendfahrten, lesen verbotene Schriften und diskutieren die politische Situation. Aber sie unternehmen auch gezielte Aktionen gegen das NS-Regime und streiten sich immer wieder mit der Hitler-Jugend. Harro ist fasziniert, schließt sich ihnen an und erlebt zum ersten Mal, seit sein bester Freund Paul das Land verlassen musste, wieder Freundschaften. Harro erlebt Pubertät und politisches Bewusstsein und ahnt, dass er Glück gehabt hat, gerade diese Jugendliche zu treffen.
Herwig erzählt das Aufwachsen in einer Diktatur und Harro muss sich entscheiden: Passt er sich an oder widersetzt er sich dem Elternhaus und dem Regime? Immer wieder hadert Harro, fragt sich, wie man eine eigene (politische) Haltung findet und wie man es schafft, selbst zu bleiben. Er beobachtet die Welt der Erwachsenen, wirft ihnen vor, der Jugend die Freiheit genommen und auch ihre Ideale verraten zu haben.
Das alles erzählt Herwig aus der Sicht Harros, der mitunter fast sachlich die Begebenheiten schildert. Herwig changiert zwischen einer sachlichen und einer poetischen Sprache, beschreibt die Ereignisse und bringt unterschiedliche Jugendliche zusammen. Manche sind bereits politisiert, andere sehnen sich nach Freiheit und allen gemeinsam ist, dass sie die Nationalsozialisten ablehnen und sich etwas Eigenes wünschen. Keine Uniformierung, sondern Individualität, aber auch Solidarität gegen plumpe Anpassung.
Bis die Sterne zittern ist ein wichtiges Buch in einer Zeit, in der es immer noch rechte Parolen gibt. Gezeigt werden Jugendliche, die sich nicht in eine Norm pressen lassen, und deswegen verfolgt werden.

(c) Gerstenberg Verlag

Johannes Herwig, 1979 in Leipzig geboren und aufgewachsen, wusste schon als Kind genau, was er wollte: Schreiben. In der Leipziger Punkszene zu Hause, machte er sein Abitur nicht nur auf der Schulbank, sondern auch auf den Straßen seines Kiezes Leipzig-Connewitz. Nach einigen Umwegen studierte er Soziologie und Psychologie, gründete die Filmgalerie Phase IV in Dresden und widmete sich der Filmkunst. Im Frühjahr 2013 kehrte er zu seinen Ursprüngen zurück, um an seinem Romandebüt „Bis die Sterne zittern“ über die Leipziger Meuten zu arbeiten.

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