DYSTOPIE + UTOPIE = ILLUTOPIE

Workshops mit Jonas Lauströer und Tobias Krejtschi an Hamburger Schulen zum Thema "Umwelt"

An den Illutopie-Workshops der Illustratoren Tobias Krejtschi und Jonas Lauströer am 17. und 19. Januar 2018 nahmen zwei achte Klassen aus Hamburg teil. Die jeweils vierstündigen Workshops hatten zum Ziel, die Kinder durch Nachdenken und gezieltes Malen auf die aktuellen Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Den Einstieg der Veranstaltung bildete ein kurzer Werkstatteinblick mit visueller Präsentation, danach gabs ein gemeinsames Brainstorming: „Welche Umweltprobleme gibt es auf der Welt?“, „Was sind die Ursachen?“ und „Was könnten die Lösungen sein?“. Der Hauptschwerpunkt bei der Problemlösung lag dabei auf der Sichtbarmachung der Zusammenhänge: Den Schülerinnen und Schülern sollte bewusst aufgezeigt werden, dass sie durch ihr individuelles, tägliches Handeln etwas an der Gesamtproblematik zum Positiven verändern können.
Aus einer großen Packpapierrolle (natürlich aus Recyclingpapier) wurden drei Bahnen zusammengeklebt. Auf das 3 x 3 Meter große Format wurde ein Kreis gezeichnet. Als Zeichenmaterialien dienten Ca. 30 Holzbuntstifte in den Farben Schwarz, Weiß, Rot, Blau, Grün und 2 Anspitzer werden bereitgelegt. Bevor es los ging, wurde der Papierkreis, in Anlehnung an die Weltkugel, halbiert. Ebenso wurden die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Aufgabenstellung lautete: DYSTOPIE. Dabei illustrierte die erste Gruppe mit Tobias Krejtschi in dem halbkreisförmigen Format eine Zukunftsvision der Welt mit allen negativen Eigenschaften in den Farben Rot, Schwarz und Weiß. Dabei fließen die Erkenntnisse der Ideensammlung mit ein. Die zweite Aufgabenstellung lautete: UTOPIE. D. h. zeitgleich illustrierte die zweite Gruppe mit Jonas Lauströer in dem halbkreisförmigen Format eine Zukunftsvision der Welt mit allen positiven Eigenschaften in den Farben Blau, Grün und Weiß. Das Zwischenergebnis sah dabei folgendermaßen aus: Die beschränkte Farbpalette fordert die Schülerinnen und Schüler dazu auf, die Motive auch mit Fehlfarben zu illustrieren. Zum Beispiel wurde braune Baumrinde in schwarz dargestellt. Im Anschluss folgte ein Perspektivenwechsel.Um den SchülerInnen einen Perspektivwechsel und neue Impulse zu geben, wurden nach der Hälfte der Arbeitszeit die Gruppen getauscht. Das Endergebnis: DYSTOPIE. Die Schülerinnen und Schüler erhielten die Möglichkeit, die Bilder der jeweils anderen Gruppe zu ergänzen und zu finalisieren. Zum Abschluss wurden beide Kreishälften wieder zusammengefügt und zeigen eindrucksvoll das gesamte Bild. Es folgte eine kurze Abschlussbesprechung zu den entstandenen Illustrationen. Am Ende wurde das Bild vor dem Klassenraum aufgehängt und bietet so die Möglichkeit auch von den anderen Schülerinnen und Schülern der Schule betrachtet zu werden. Die Künstler schlossen aus den beiden Workshops das Fazit, dass das Wissen der Schülerinnen und Schüler bezüglich der besprochenen Themen erschreckend gering war. Massentierhaltung und fossile Brennstoffe als Ursache für Klimawandel und die resultierenden Konsequenzen (Anstieg des Meeresspiegels, zunehmende Wüstenbildung als Fluchtursache), Plastik im Ozean und somit in der Nahrungskette, Artensterben (insbesondere bei Insekten), Gefahren durch Atomenergie und Atom-Müll-Entsorgung, Trinkwasserknappheit und -verschmutzung usw. sind Themen, die den Schülerinnen und Schülern kaum bis gar nicht bekannt waren. Zum Beispiel wusste keiner der Schülerinnen und Schüler aus welchem Rohstoff Plastik gemacht ist. Dennoch waren die Kinder diesen (für sie neuen) Themen gegenüber sehr aufgeschlossen und selbst überrascht und empört, dass sie bisher noch nicht oder zu wenig darüber aufgeklärt wurden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf! Für das Umweltbundesamt sollte dies als alarmierender Hinweis verstanden werden. Eine Änderung im Lehrplan oder andere Bildungsmaßnahmen (z.B. Workshops wie dieser) sind aus der Sicht der Kursleiter dringend notwendig. Die Bereitschaft, sich bewusster mit diesen Themen auseinanderzusetzen, war nach Kenntnisnahme der Situation, durch die Bank sehr hoch. Das stimmt zum Glück positiv und macht deutlich dass unsere Arbeit hier auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

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