November 2026
Bilderbuch
Eilika Mühlenberg
Friedhof
Hildesheim: Gerstenberg 2026.
48 Seiten. 22 Euro. Ab 5 Jahren.
ISBN 978-3-8369-6409-8
Franka und Anton erkunden mit Opa Ole den Friedhof, bevor sie das Grab ihrer verstorbenen Großmutter besuchen. Die Kinder staunen, was es dort alles zu entdecken gibt: Sie entziffern die Inschriften auf den Grabsteinen, begegnen einem Steinmetz und besuchen ein Bestattungsinstitut. Ein einfühlsames Bildersachbuch, das sich auf ebenso behutsame wie kenntnisreiche Weise mit diesem besonderen Ort auseinandersetzt. Besonders gelungen ist die fast wimmelbuchartige Gestaltung der Doppelseiten: Comic-Elemente, Collagen und Fotografien werden in die Illustrationen integriert und eröffnen vielfältige Entdeckungsmöglichkeiten. So lädt das Buch nicht nur zum genauen Betrachten, sondern auch zum gemeinsamen Nachdenken und Gespräch über einen Ort ein, der zum Leben dazugehört.
Kinderbuch
Lena Hach
Cleo, Chaos und Konfetti
Mit Bildern von Jutta Wetzel.
München: mixtvision 2026.
184 Seiten. 16 Euro. Ab 9 Jahren.
ISBN 978-3-95854-244-0
In Cleos Kopf springen die Gedanken hin und her, was den Alltag für sie zu einer Herausforderung macht. Als sie unerwartet ein „Achtsamkeitstagebuch“ gewinnt, beginnt sie, über ihr Leben zu schreiben. Aus der Perspektive der zehnjährigen Cleo entfaltet sich ein ungewöhnliches Buch: Lena Hach gelingt es auf kluge Weise, ihrer Figur einen ganz eigenen Sound zu geben und neurodiverses Erleben literarisch erfahrbar zu machen. Cleos Denken und Handeln werden nicht von außen beschrieben oder erklärt, vielmehr macht das assoziative Erzählen ihre besondere Wahrnehmung von innen heraus nachvollziehbar. Das fordert bei der Lektüre mitunter heraus, doch Lena Hach problematisiert Cleos Anderssein ebenso wenig, wie sie das Mädchen bemitleidet. Sie lässt Cleo sein, wie sie ist: mal anstrengend, mal wild, dabei wunderbar eigenwillig und einfach liebenswert. Sehr lesenswert!
Jugendbuch
Stephanie Lunkewitz
Widerstand ist notwendig, wenn das Gute bedroht ist
Das mutige Leben des Alfred Delp
München: Sankt Michaelsbund 2026.
48 Seiten. 5 Euro. Ab 12 Jahren.
ISBN 9-783-96411-016-9
München 1944: Mit wenigen Farben und einer eindringlichen Bildsprache erzählt Stephanie Lunkewitz das Leben Alfred Delps, eines Mannes, der an Menschlichkeit und Gerechtigkeit glaubte und sich dem menschenverachtenden Denken des Nationalsozialismus widersetzte. Der Jesuitenpater wurde verhaftet und im Februar 1945 hingerichtet. Lunkewitz zeichnet seinen Weg in den Widerstand in eindrucksvollen Panels nach und macht dabei nicht nur die historischen Ereignisse, sondern auch die Haltung eines Menschen sichtbar, der seinen Überzeugungen treu blieb. Dabei greift sie ihren charakteristischen Zeichenstil auf, entwickelt ihn für diese Graphic Novel weiter und spielt gekonnt mit Perspektiven und Bildfolgen. So entsteht eine dichte, eindringliche Erzählung, die Alfred Delp aus dem Vergessen holt und seine Geschichte für junge Leserinnen und Leser zugänglich macht. Gerade die Verbindung von Text und Bild eröffnet dabei besondere Möglichkeiten: Geschichte wird nicht bloß vermittelt, sondern in ihrer menschlichen Dimension erfahrbar. Eine beeindruckende Graphic Novel!


