EXTRABLATT 1/2026
24.02.2022 – 24.02.2026
Vier Jahre Krieg in der Ukraine
Empfohlen von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und dem Sankt Michaelsbund
Redaktionsteam: Dr. Jana Mikota • Dr. Claudia Maria Pecher • Martin Anker M. A. • Maximilian Mihatsch M. A.
Man braucht nicht Ukrainer zu sein, um die Ukraine zu unterstützen.
Es reicht, Mensch zu sein.— Oleksandra Matwijtschuk, Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin
Bereits 2022 haben die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und der Sankt Michaelsbund eine Buchempfehlungsliste sowie Ausstellung zu Kinder- und Jugendliteratur aus der Ukraine und gegen den Krieg veröffentlicht, die seither unablässig zum Einsatz kommen.
An der Fassungslosigkeit gegenüber den kriegerischen Angriffen Russlands und der damit verbundenen Zerstörung energieversorgender Infrastruktur für die Zivilbevölkerung hat sich leider wenig verändert.
Umso mehr gilt es auf die hohe Bedeutung von Land, Literatur und Kultur der Kolleginnen und Kollegen aus der Ukraine aufmerksam zu machen und unsere Solidarität in Zeiten großer Not und Krisen zu zeigen. Nachstehend finden Sie unsere aktuellen Buchtipps.
Anfragen zur Wanderausstellung des Pictoric Illustrators Club senden Sie an: kontakt@michaelsbund.de
FÜR JÜNGERE LESERINNEN UND LESER
Oksana Bula
Nein, ich bin nicht müde!
Ja, ich will ins Bett!
Aus dem Ukrainischen von Thomas Weiler.
Hamburg: Ellermann 2020.
80 Seiten. Ab 3 Jahren. [leider vergriffen; antiquarisch ab 12,97 Euro]
ISBN 978-3-7707-0240-4
Die Tukonis sind die guten Wesen des Waldes und kümmern sich um Tiere und Pflanzen. Doch dann kommt Unruhe in den Alltag: Der Bär möchte nicht Winterschlaf halten, das Wisent dagegen schon. In diesem Wende-Bilderbuch begegnen sich beide in der Mitte, wobei der eine wach, der andere sehr müde ist. Kurze Sätze begleiten die opulenten Bilder, in denen die Farben eine eigene Leuchtkraft entfalten.
Oksana Lushchevska & Dzmitry Bandarenka
Sascha zählt lieber Leuchttürme
Eine Einschlafgeschichte
Mit Illustrationen von Oksana Drachkovska.
Aus dem Ukrainischen von Oksana Kurylas.
Grevenbroich: Südpol 2022.
32 Seiten. 16 Euro. Ab 3 Jahren.
ISBN 978-3-96594-177-9
Sascha kann nicht einschlafen, schaut aus dem Fenster und stellt sich vor, um ihn wären Leuchttürme. Nah an der kindlichen Alltagswelt erzählt das Künstlerpaar die Geschichte, die dann in großformatigen Bildern die Phantasie und die Gedankenwelt des Kindes weitererzählen. Ein beeindruckendes Bilderbuch zum Vorlesen!
Andrej Kurkow
Warum den Igel keiner streichelt
Mit Illustrationen von Tania Goryushina.
Aus dem Russischen von Angelika Schneider.
Zürich: Diogenes 2021.
36 Seiten. 14 Euro. Ab 4 Jahren.
ISBN 978-3-257-01286-6
Ein junger Igel beobachtet seine Umwelt und sieht, wie ein Hund, eine Katze und ein Pferd gestreichelt werden. Er wird immer trauriger und begegnet einer Maus, die ihm den Unterschied zwischen Haus- und Wildtieren erklärt. In kurzen Sätzen setzt sich das Bilderbuch mit Glück und Zufriedenheit auseinander. Die Illustrationen in zarten Farben und Buntstiftstrichen füllen die Doppelseiten aus und ergänzen klug den Text.
Andrej Kurkow
Warum der Igel reich beschenkt wird
Mit Illustrationen von Tania Goryushina.
Aus dem Russischen von Angelika Schneider.
Zürich: Diogenes 2022.
36 Seiten. 16 Euro. Ab 4 Jahren.
ISBN 978-3-257-01305-4
Der kleine Igel erlebt die letzten sonnigen Momente im Herbst und beobachtet die Menschen. Als er unerwartet drei Säcke mit Äpfeln findet, denkt er, sie kommen von der Maus. Doch dann erfährt er, dass die Äpfel der Wintervorrat des Eichhörnchens sind. Klug erzählt das Bilderbuch von Unterstützung und gegenseitiger Hilfe. Die Bilder fangen die Stimmungen des Waldes ein.
Katerina Sad (Text & Ill.)
Eine tierisch gute Idee
Aus dem Ukrainischen von Ganna Gnedkova & Peter Marius Huemer.
Zürich: Atlantis 2022.
32 Seiten. 19 Euro. Ab 4 Jahren.
ISBN 978-3-7152-0856-5
Ein Bauer verlässt seinen Hof, die Enten bleiben zurück und wollen einen neuen Bauern suchen. Doch ist das nötig? Kurze Sätze und Dialoge in Sprechblasen werden ergänzt durch Illustrationen in Gelb- und Brauntönen. Die Enten werden mit zahlreichen Emotionen ausgestattet, was den Bildern eine Leichtigkeit erlaubt. Ein Bilderbuch, das vom Neuanfang und Mut erzählt.
Romana Romanyschyn & Andrij Lessiw
Das Rübchen
Ein Märchen aus der Ukraine
Zweisprachig Deutsch – Ukrainisch
Aus dem Ukrainischen von Kati Brunner.
Basel: Baobab Books 2022.
32 Seiten. 20 Euro. Ab 4 Jahren.
ISBN 978-3-907277-14-0
Opa Andruschka ist ein fleißiger Gärtner und daher wundert es nicht, dass seine Rüben wachsen und wachsen. Als die Zeit der Ernte gekommen ist, muss die ganze Familie helfen, um sie aus der Erde zu ziehen. Ein Märchen aus dem 19. Jahrhundert wird von dem Künstlerduo neu interpretiert und wunderbar in Szene gesetzt. Ein Bilderbuch für die gesamte Familie!
Yaroslava Black
Baba Anna
Wie meine ukrainische Großmutter auf dem Brombeerblatt flog
Mit Illustrationen von Ulrike Jänichen.
Stuttgart: Urachhaus 2022.
40 Seiten. 19,90 Euro. Ab 5 Jahren.
ISBN 978-3-8251-5319-9
Sensibel erzählen Text und Bild die Geschichte einer Großmutter und ihrer Enkelin. Die Großmutter stirbt und die Enkelin wird mit dem Verlust konfrontiert. In Bildern werden Erinnerungen an die Großmutter festgehalten, die Illustratorin greift folkloristische Elemente sowie ukrainische Bräuche auf. Ein Nachwort von Taras Prochasko informiert, wie wichtig es für das ukrainische Volk ist, seine Tradition und seine eigene Sprache zu bewahren. Wunderschön erzählt, vielfältig illustriert, entfaltet das Bilderbuch eine eigene Magie!
Yaroslava Black
Wer hat den Schnee gestohlen?
Mit Illustrationen von Ulrike Jänichen.
Stuttgart: Urachhaus 2018.
32 Seiten. 18 Euro. Ab 5 Jahren.
ISBN 978-3-8251-5176-8
Sensibel nähert sich das Bilderbuch den kindlichen Wünschen und erzählt von dem Mädchen Gerda, das auf den Schnee wartet. Alle geben ihr Ratschläge, wann der Schnee endlich fällt. Und dann ist er da: Der erste Schnee mit all seinem Zauber. Text und Illustration ergänzen sich, die Bilder greifen die Poesie des Textes auf und fließen ineinander. Ein Bilderbuch über kleine Wunder!
Romana Romanyschyn & Andrij Lessiw
Als der Krieg nach Rondo kam
Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe.
Hildesheim: Gerstenberg 2022.
40 Seiten. 18 Euro. Ab 5 Jahren.
ISBN 978-3-8369-6203-2
Drei Freunde leben glücklich in Rondo und genießen das Leben. Doch dann geschieht das Unfassbare: Der Krieg kommt in die Stadt. Alle Farben, alle Freuden verschwinden und alles ist dunkel, bedrohlich und zerstört. Ein beeindruckendes Bilderbuch, das mit Farben spielt, auf der bildlichen Ebene Ängste einfängt und das Unerklärliche Kindern erklären möchte. Voller Mut und der Hoffnung auf Frieden!
Larysa Denysenko
Alle meine Freunde
Mit Illustrationen von Masha Foya.
Aus dem Ukrainischen von Mila Piredda.
Hamburg: Rotfuchs 2022.
72 Seiten. 15 Euro. Ab 6 Jahren.
ISBN 978-3-7571-0179-4
Maya geht in die 4. Klasse und stellt uns ihre Gruppe vor: Was für eine wunderbare Vielfalt an Familienkonzepten, die uns die ukrainische Autorin selbstverständlich zeigt! Respektvoll, sensibel und humorvoll werden die Familien vorgestellt, die Illustrationen greifen diese Diversität auf. Eine großartige Annäherung an eine regenbogenbunte Welt!
Romana Romanyschyn & Andrij Lessiw
Hierhin, dahin
Immer in Bewegung
Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe.
Hildesheim: Gerstenberg 2023.
64 Seiten. 26 Euro. Ab 10 Jahren.
ISBN 978-3-8369-6189-9
Laufen, schlendern, fahren: Bewegung und Schnelllebigkeit gehört zum Leben. Das in leuchtenden Farben gestaltete Bilderbuch erzählt davon, wie Menschen von Anfang an unterwegs sind. Dabei gelingt es Romanyschyn und Lessiw nicht nur über Bewegung zu schreiben, sondern diese auch visuell festzuhalten. Jede Doppelseite scheint in Bewegung zu sein. Ein Meisterwerk!
Romana Romanyschyn & Andrij Lessiw
Sehen
Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe.
Hildesheim: Gerstenberg 2021.
56 Seiten. 20 Euro. Ab 8 Jahren.
ISBN 978-3-8369-6050-2
Was ist sehen? Wie sieht man? Diesen vermeintlich einfachen Fragen widmet sich das Bilderbuch und überzeugt in Bild und Text. Es ist überraschend, innovativ und vor allem farbig. Man begegnet Neontönen, einem Blau, das an Yves Klein erinnert, und man sieht! Aber nicht nur Fragen, wie das menschliche Auge funktioniert, werden aufgenommen, sondern auch unterschiedliche Perspektiven auf die Welt. Komplex, überzeugend und einfach wunderbar!
Romana Romanyschyn & Andrij Lessiw
Hören
Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe.
Hildesheim: Gerstenberg 2021.
56 Seiten. 20 Euro. Ab 8 Jahren.
ISBN 978-3-8369-6051-9
Neben dem Sehen ist Hören der wichtigste Sinn der Menschen. Das beeindruckende Sachbilderbuch widmet sich auf vielfältige Weise dem Ohr sowie dem Hören. Eine Welt der Klänge wird offenbart und Töne werden sichtbar. Einfach großartig!
GRAPHIC NOVEL
Mariam Naiem (Text), Yulia Vus & Ivan Kypibida (Ill.)
Eine kurze Geschichte eines langen Krieges
Russland gegen die Ukraine
Aus dem Ukrainischen von Daria Velychko.
Berlin: Avant 2025.
104 Seiten. 25 Euro. Ab 16 Jahren.
ISBN 978-3-96445-152-1
Die Graphic Novel beginnt mit nächtlichen Bombardierungen, um dann die Geschichte der Ukraine und ihren langen Krieg gegen die russische Vorherrschaft zu entfalten. Eindringlich werden historische Fakten mit den alltäglichen Erfahrungen der Menschen im Krieg verwoben.
Nora Krug (Text & Ill.)
Im Krieg
Zwei illustrierte Tagebücher aus Kiew und St. Petersburg
München: Penguin 2024.
128 Seiten. 28 Euro. Ab 14 Jahren.
ISBN 978-3-328-60325-2
Nora Krug hat zu Beginn des Angriffskrieges zwei Bekannte, eine in Kiew lebende Journalistin und einen russischen Künstler, nach ihren Erfahrungen befragt. Sie gestaltet aus den Interviews eine grafische Erzählung, in der sie klug Text und Bild miteinander verbindet. Ihre Narrative zeigen kein vollständiges Bild, sondern individuelle Erfahrungen und man fragt sich, was man nach vier Jahren Krieg erzählen würde.
Igort (Text & Ill.)
Berichte aus der Ukraine
Erinnerungen an die Zeit der UdSSR
Handlettering von Céline Merrien.
Aus dem Italienischen von Giovanni Peduto.
Berlin: Reprodukt 2011.
180 Seiten. 26 Euro. Ab 15 Jahren.
ISBN 978-3-941099-61-6
Der Künstler Igort reiste 2008 und 2009 durch die Ukraine, Russland und Sibirien, um Menschen nach ihren Erinnerungen an die Zeit vor und nach dem Kommunismus zu fragen. Dabei erzählen die Menschen aus der Zeit des Holodomor, der deutschen Besatzung und von Tschernobyl. Überzeugend in Text und Bild.
Igort (Text & Ill.)
Berichte aus der Ukraine 2
Tagebuch einer Invasion
Handlettering von Minou Zaribaf.
Aus dem Italienischen von Myriam Alfano.
Berlin: Reprodukt 2023.
168 Seiten. 26 Euro. Ab 15 Jahren.
ISBN 978-3-95640-357-6
Die Graphic Novel beginnt am 24.02.2022: Rauchschwaden sind vor dunkelrotem Hintergrund zu sehen. Der Text informiert, was passiert und beschreibt die Ereignisse in den nächsten Monaten. Es sind Stimmen, die von Bombardierungen, dem ukrainischen Widerstand und der Entschlossenheit des Volkes erzählen. Igort porträtiert unterschiedliche Menschen in den Regionen, die man aus den Nachrichten kennt. Geschichte und Kriegsereignisse bekommen so eine Stimme, ein Gesicht und zeigen eindringlich, wie einfache Menschen tagtäglich unter einem brutalen und sinnlosen Krieg leiden.
FÜR ÄLTERE LESERINNEN UND LESER
Andrej Bulbenko & Marta Kajdanowskaja
Elektrizität und Himmelsfische
Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja & Henriette Reisner.
München: dtv 2024.
190 Seiten. 18 Euro. Ab 14 Jahren.
ISBN 978-3-423-64119-7
Ein ungewöhnliches Buch, das vom Krieg erzählt. Hinter den beiden Namen steckt ein Pseudonym eines ukrainischen Schriftstellers und einer Schülerin. In der Rahmenhandlung übergibt ein sprachgewandtes Mädchen einem Schriftsteller ihre Aufzeichnungen mit der Bitte, diese zu publizieren. Die Binnenhandlung schildert die Flucht der Familie. Dort lernt man den Krieg in den grausamen Facetten kennen und begleitet die Familie auf ihrer Fahrt. Sprachlich herausragend und voller Anspielungen greift die Lektüre drängende Fragen unserer Zeit auf, ohne hoffnungslos zu sein. Eine überzeugende Lektüre!
Olga Grebennik
Charkow-Tagebuch
Flucht vor dem Krieg
Aus dem Russischen von Jakob Samojlowitsch & Yehuda Shenef.
Berlin: Jacoby & Stuart 2022.
144 Seiten. 18 Euro. Ab 14 Jahren.
ISBN 978-3-96428-162-3
Wie es ist, plötzlich mitten in einem Krieg aufzuwachen, erzählt das eindrucksvolle Tagebuch der Illustratorin Olga Grebennik. Sie verbringt mit ihren Kindern und ihrem Hund Tage und Nächte im Keller und beschließt, zu fliehen. Die Bleistiftskizzen und die knappen Sätze erfassen das Leid und die Not der Menschen, erzählen von der Flucht, aber auch Menschen, die sich gegenseitig helfen. Ein berührendes, ein wichtiges Zeugnis!
Serhij Zhadan (Text & Ill.)
Keiner wird um etwas bitten
Neue Geschichten
Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr & Juri Durkot.
Berlin: Suhrkamp 2025.
65 Seiten. 24 Euro.
ISBN 978-3-518-43238-9
Neun Geschichten, die auch vom Alltag im Krieg erzählen: Im Mittelpunkt stehen Menschen, die vor dem 24.02.2022 etwas anderes taten, jetzt aber nach der Bombardierung eines Wohngebiets Leichen wegbringen müssen, älteren Menschen bei der Evakuierung helfen oder an Trauerfeiern teilnehmen. Illustriert ist der Band mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen des Autors, auf denen Strommasten, zerstörte Häuser, aber auch Bäume zu sehen sind. Es sind poetische Erzählungen, die sprachlich überzeugen.
Katja Petrowskaja
Als wäre es vorbei
Texte aus dem Krieg
Berlin: Suhrkamp 2025.
217 Seiten. 25 Euro.
ISBN 978-3-518-43234-1
Die Sammlung beginnt mit einem Bild, auf dem Schafe zu sehen sind. Eine friedliche Stimmung, die jäh abbricht. Denn: Am 24.02. begann das Unvorstellbare, so betitelt die Autorin den zweiten Text in ihrer Sammlung. Es ist ein Tag nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine. In 44 Kolumnen wählt Petrowskaja unterschiedliche Motive, um vom Schmerz, Folter und den täglichen Angriffen zu erzählen. Ein aufrüttelnder Ton wird mit einem anklagenden vermischt, was nachhaltig berührt.
Olha Volynska
Art against Artillery
Ukrainische Künstler im Krieg
Aus dem Ukrainischen von Harald Fleischmann.
Graz: Klingenberg 2025.
240 Seiten. 27,90 Euro.
ISBN 978-3-903284-71-5
Der Band versammelt Kunst, die inmitten des Leid und Schrecken des Krieges, entstanden ist. 16 Kreative halten mit Worten, Bildern und Musik ihre Erlebnisse fest und dokumentieren eindringlich, wie sehr der Krieg ihr Leben zerstört und zugleich ist es ihre Form Widerstand zu leisten.
Tanya Pyankova
Das Zeitalter der Roten Ameisen
Aus dem Ukrainischen von Beatrix Kersten.
Hamburg: Ecco 2022.
400 Seiten. 22 Euro.
ISBN 978-3-75300-077-0
Matschuchy, Ukraine, 1933: Der Roman erzählt aus drei Perspektiven, wie die Ukraine besetzt wurde und die Menschen immer mehr Hunger litten. Sowjetische Soldaten setzten Hunger als Machtinstrument ein. Das kollektive Trauma wurde erst spät erforscht und im Nachwort erläutert die Autorin, dass die Stimmen im Buch auf reale Personen zurückgehen. Es ist keine einfache Lektüre, aber eine wichtige.
Andrej Kurkow
Samson und Nadjeschda
Mit Illustrationen von Jurij Nikitin.
Aus dem Russischen von Johanna Marx & Sabine Grebing.
Zürich: Diogenes 2025.
370 Seiten. 15 Euro.
ISBN 978-3-257-24826-5
Kiew 1919: Die russischen Bolschewiki besetzen die Ukraine und der junge Samson muss erleben, wie sein Vater getötet wird. Eher zufällig kommt er zur neuen russischen Polizei und begegnet während der Ermittlungen Nadjeschda. Sprachlich virtuos entfaltet der Autor einen spannenden Kriminalfall, der auch aktuell ist. Fortsetzungen – Samson und das gestohlene Herz und Samson und das Galizische Bad – sind bereits erschienen und laden zu weiter Lektüre ein.
Olha Volynska
Wie der Krieg uns verändert
Zwölf Interviews mit Augenzeugen von Russlands Krieg gegen die Ukraine
Aus dem Ukrainischen von Harald Fleischmann.
Graz: Klingenberg 2023.
216 Seiten. 22,50 Euro.
ISBN 978-3-903284-16-6
Wie verändert der Krieg? In zwölf Interviews berichten Menschen davon, wie sie den Krieg seit Jahren erleben. Es werden Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven vermittelt, die auch zeigen, dass die Menschen um Werte und Identität kämpfen.
Dimitrij Kapitelman
Russische Spezialitäten
Berlin: Hanser 2025.
192 Seiten. 23 Euro. ISBN 978-3-446-28247-6
Der Roman erzählt über eine Mutter, die aus der Ukraine stammt, und gemeinsam mit ihrem Mann in Leipzig einen Laden für russische Spezialitäten hat. Sie schaut russisches Fernsehen, glaubt der Propagandamaschinerie. Ihr Sohn verzweifelt, reist nach Kiew, um seiner Mutter die Wahrheit zu zeigen. Eine mitunter zermürbende, aber sehr starke Lektüre!

























