2026: Prof. Marcus H. Rosenmüller

In Würdigung seiner Filme, die Komödie, Heimat und die Perspektive von Kindern und Jugendlichen auf eine einzigartige Weise verknüpfen, erhält Prof. Marcus H. Rosenmüller den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Marcus H. Rosenmüller, 1973 in Hausham geboren, dreht seit über 25 Jahren Filme. Schon mit dem Abschluss seines Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film München gewann er 1999 für den Kurzfilm Nur Schreiner machen Frauen glücklich den Deutschen Filmschulpreis in Gold. Verschiedene Dokumentarfilme für den Bayerischen Rundfunk in der Reihe „Irgendwo in Bayern“ unter anderem mit Joseph Vilsmair schlossen sich an.

Bundesweit erfolgreich wurde 2006 sein erster Kinofilm Wer früher stirbt ist länger tot, für den er das Drehbuch schrieb und dann selbst Regie führte. Der Film nimmt die Perspektive eines bajuwarischen Dorfjungen ein, der aus Angst vor Fegefeuer und ewiger Verdammnis eine turbulente Verwechslungskomödie ins Rollen bringt. Die witzig und nicht selten respektlos dargestellte Welt der Erwachsenen bleibt aber nicht bei bloßem Schabernack stehen, sondern nimmt die Ängste der Kinder in grotesker Überzeichnung ernst. Rosenmüller hat damit höchst originell die Tradition der Lausbuben-Geschichte in Mundart weitergeschrieben. Wer früher stirbt … erhielt 2007 mehrere Deutsche Filmpreise, unter anderem den Preis für die Beste Regie.

Die Sportler-Komödie Schwere Jungs und die mit leisem Humor erzählte Geschichte Beste Zeit (2007) einer Freundschaft zweier Teenager wurden weitere Erfolge bei Kritik und Publikum. Auch sie blicken mit den Augen von Jugendlichen auf die Welt. In Beste Gegend führte Rosenmüller seine filmische Erzählung über das Erwachsenwerden der beiden Heldinnen aus Beste Zeit fort. 2014 startete dann der Abschluss der Trilogie Beste Chance in den Kinos. In Räuber Kneißl (2008) erzählte er die Geschichte des legendären bayerischen Volkshelden. Ein Jahr später kommt sein Film Die Perlmutterfarbe raus. Er handelt von einem Schuljungen, der in einem bayerischen Dorf des Jahres 1931 in die Intrigen eines Schulkameraden verstrickt wird. Die Komödie Sommer in Orange, die im August 2011 startete, erzählt – basierend auf realen Geschehnissen – von einer Bhagwan-Kommune in einem bayerischen Dorf zu Beginn der 1980er-Jahre.

Rosenmüller wechselt auch in den folgenden Jahren in seinen Filmen zwischen aktuellen Themen und historischen Stoffen: Ende 2011 folgte mit Sommer der Gaukler ein tragikomischer Historienfilm über eine ambitionierte Wandertheatertruppe, die um 1780 in einem Bergdorf bei Salzburg strandet, oder Krimikomödien wie Pension Freiheit sowie die Skiortkomödie Wer’s glaubt, wird selig. Parallel dazu realisierte Rosenmüller Hubert von Goisern – Brenna tuat’s schon lang, ein dokumentarisches Porträt des Musikers und Liedermachers Hubert von Goisern. 2016/17 gehörte er zu den zahlreichen Regisseuren des Projekts „24 h Bayern – Ein Tag Heimat“. Von 2013 bis 2017 inszenierte er mit Gerd Baumann als Komponist zudem das Singspiel zur Starkbierprobe auf dem Münchner Nockherberg. Sein Kinofilm Unheimlich perfekte Freunde erzählt die Geschichte zweier zehnjähriger Jungen, deren Spiegelbilder plötzlich zum Leben erwachen. Rosenmüller hat inzwischen „Lieblingsfilm“ gegründet und Trautmann (2019) und Extrawurst (2026) produziert, einmal mehr Filme, die zeigen, dass Rosenmüller gesellschaftskritische Geschichten für junge wie nicht mehr ganz junge Leute erzählt.

Seit 2022 ist Rosenmüller auch Regisseur für die Neuen Geschichten vom Pumuckl, die die Geschichten von Ellis Kaut mit Herz und Verstand fortsetzen. Marcus H. Rosenmüller ist damit wohl der lebendigste Filmemacher in der Tradition der bayerischen Volksgeschichten.

Uwe-Michael Gutzschhahn

Prof. Marcus H. Rosenmüller
Foto: © Luis Zeno Kuhn/Lieblingsfilm

Die Preisverleihung findet am 20. November 2026 in Volkach statt. Die Einladung erfolgt persönlich.
Die Laudatio auf den Träger des Großen Preises 2026 spricht spricht Max von Thun.

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