Der Künstlerin Vera Gereke wurde für ihr 2026 im NordSüd Verlag erschienenes Bilderbuch Ein großer Affe der Nachwuchspreis für Illustration der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur 2026, die „Serafina“, in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse und dem Börsenblatt, gestiftet von der Mediengruppe Pressedruck, verliehen.
Zur Preisverleihung auf der neuen Imagination Stage der Frankfurter Buchmesse begrüßten Akademie-Vizepräsident Prof. Dr. Gerhard Lauer, der auch einen Gruß der Gutenberg-Gesellschaft übermittelte, Zvjezdana Cordier für die Gutenberg Stiftung, Birgit Fricke für die Frankfurter Buchmesse, Staatsminister a. D. Prof. Dr. Winfried Bausback, MdL, sowie Akademiepräsidentin Dr. Claudia Maria Pecher die Nominierten und Gäste. Pecher würdigte dabei insbesondere das langjährige Engagement der zahlreichen Partner, die den Nachwuchspreis gemeinsam tragen. Seit 2009 halte die Akademie Ausschau nach neuen Talenten, seit 2014 werde mit der Serafina gezielt der Illustrationsnachwuchs ausgezeichnet. Die Jury habe in diesem Jahr knapp 50 Werke aus 31 Verlagen „mit Genauigkeit, Leidenschaft und Respekt vor jeder einzelnen Seite“ betrachtet. Zugleich machte Pecher deutlich, dass die Nachwuchsförderung lange vor der eigentlichen Preisvergabe beginnt: Illustratorinnen und Illustratoren würden oftmals schon vor ihrem ersten Bilderbuch entdeckt und auf ihrem weiteren Weg begleitet.
Fünf sehr unterschiedliche Bilderbücher waren in diesem Jahr für die Serafina nominiert. In seiner Laudatio stellte der Juryvorsitzende Dr. Stefan Hauck die Eigenständigkeit der fünf künstlerischen Positionen heraus. Die Jury habe bei ihrer Sitzung heftig debattiert, abgewogen und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Dann stand fest: „Die Serafina 2026 erhält Vera Gereke.“
In Ein großer Affe steht im Stadtpark ein leerer Käfig, während fernab im Urwald ein großer Affe lebt. Jäger fangen ihn ein und bringen ihn in die Stadt, wo er zur Attraktion wird. Als die Menschen entdecken, dass der Affe malen kann, wird er zum gefeierten Künstler. Zunächst malt er immer wieder die Gitterstäbe seines Käfigs. Doch schließlich entdeckt er, dass er mit Farben und Formen nicht nur abbilden kann, was ist, sondern die Welt verändern kann. Er malt den Urwald, seine Heimat, und schließlich die Gitterstäbe einfach weg.
„Der Affe befreit sich nicht mit Gewalt. Er befreit sich mit seiner Vorstellungskraft“, hob Hauck in seiner Laudatio hervor. Gerekes Bildsprache lebe dabei von reizvollen Gegensätzen. Farbflächen, Linien und fein konturierte Figuren seien präzise gesetzt, zugleich eröffneten die Illustrationen zahlreiche kleine Handlungen und Geschichten. So werde der Bildraum zur Bühne, auf der man von Figur zu Figur wandern und immer neue Situationen entdecken könne. Auch der Gegensatz von Urwald und Stadt werde dabei zum bildnerischen Prinzip: Während die farbenreiche Pflanzenwelt des Urwalds wild durcheinander wachse, würden die Formen in der Stadt „reglementiert und Ordnungssystemen unterworfen: durch Mauern, Zäune, Käfige und Gitter“.
Auch sprachlich habe Gereke ihre Geschichte auf das Wesentliche reduziert, spiele mit Worten und Ironie und überlasse den Bildern die Bühne. „So erzählt Ein großer Affe eine vielschichtige Geschichte über Gefangenschaft, Heimweh, Vorstellungskraft und Freiheit“, resümierte Hauck. „Zugleich ist das Bilderbuch eine Parabel über die Kunst: Sie erzählt davon, dass ein Bild nicht nur zeigen kann, was ist – sondern auch eine andere Wirklichkeit entwerfen kann.“
Vera Gereke wuchs in Berlin-Kreuzberg auf, studierte Kommunikationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und im Master Illustration an der HAW Hamburg.
Neben Vera Gereke waren Barbara Drobny mit Wo Pinguine arbeiten (Gerstenberg 2026), Katja Gerischer mit Leuchtwelt (kunstanstifter 2026), Hanna Harms mit Wald ohne Bäume (Carlsen 2026) und Stina Semrau mit Als Rudi sein Herz verlor (Buchfink 2025) nominiert.
Die Serafina ist mit 2.500 Euro dotiert, die die Mediengruppe Pressedruck seit vielen Jahren stiftet. Zu den Unterstützern des Nachwuchspreises für Illustration zählen der Sankt Michaelsbund, die Stiftung Illustration am Bilderbuchmuseum Burg Wissem der Stadt Troisdorf, die Brüder-Grimm-Stadt Hanau und die Gutenberg Stiftung, die zusammen mit weiteren Sponsoren die Veranstaltung und vor allem die Giraffenfigur der Porzellan Manufaktur Nymphenburg – ein Entwurf der Aschaffenburger Künstlerin Luise Terletzki-Scherf – finanzieren. Die Akademie Faber-Castell stellt einen „perfekten“ Bleistift zur Verfügung.
Die Pressemitteilung zum Herunterladen: Vera Gereke ist Serafina-Preisträgerin 2026
Vera Gereke
Ein großer Affe
Zürich: NordSüd 2026.
48 Seiten. 18 Euro. Ab 5 Jahren.
ISBN 978-3-314-10776-4
Im Stadtpark steht ein leerer Käfig. Im Urwald lebt ein großer Affe. Was daraus folgt ist große Kunst. Vera Gereke erzählt pointiert, zwingend und überraschend zugleich. Mit farbigen Flächen und feinen Strichzeichnungen, formaler Strenge und Liebe zum Detail, aufs Nötigste reduziert und doch verspielt und voll Witz. Es ist verblüffend, wie harmonisch ihr das Spiel mit Gegensätzen gelingt.
Zur Künstlerin
Vera Gereke wuchs in Berlin-Kreuzberg auf, studierte Kommunikationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und im Master Illustration an der HAW Hamburg. Ihre Arbeiten wurden von dPICTUS ausgezeichnet und unter anderem in Bologna gezeigt.


