GROSSER PREIS2021-02-09T21:30:49+01:00
PREISE & AUSZEICHNUNGEN
GROẞER PREIS

GROSSER PREIS

2021: Franz Hohler

In Würdigung seines umfassenden und vielseitigen kinderliterarischen Schaffens erhält Franz Hohler, einer der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller, Kabarettisten und Liedermacher der Gegenwart, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Franz Hohler, 1943 im schweizerischen Biel geboren, zählt seit über vier Jahrzehnten zu den vielseitigsten und produktivsten Schweizer Autoren: Sein Werk umfasst neben zahlreichen Werken für Kinder auch Kurzgeschichten, Romane, Gedichte, Kabarettprogramme und Hörbücher für Erwachsene. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der Autor Hohler auch ein begnadeter Musiker ist, der mehrere Instrumente beherrscht und sich zu seinen Kabarettprogrammen musikalisch oftmals auch selbst begleitet.

Dabei hatte Franz Hohler wohl ursprünglich keine Schriftstellerkarriere ins Auge gefasst, denn nach Abschluss der Schule studierte er zunächst Germanistik und Romanistik an der Universität Zürich. Erste Erfolge als Kabarettist Mitte der 1960er-Jahre überzeugten ihn aber offenbar von einer grundsätzlichen Unvereinbarkeit von Studium und künstlerischem Schaffen; er brach sein Studium ab, um sich ganz der Literatur widmen zu können. 1967 erschien ein erster Band mit Kurzgeschichten, dem in kurzen Abständen schnell weitere Veröffentlichungen folgten. Franz Hohler ist bereits ein renommierter Autor, als er Ende der 1970er-Jahre mit dem fantastischen Roman Tschipo sein kinderliterarisches Debüt gibt. Ein fulminanter Auftakt, denn die Geschichte über den Jungen Tschipo und seine überbordenden Träume wird gleich mehrfach ausgezeichnet, darunter mit einer Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Durch fantastisches Erzählen den Kindern neue (Sprach-)Welten zu eröffnen, stellt von Beginn an ein zentrales Thema in Franz Hohlers kinderliterarischem Schaffen dar. Mit seinen Themen und Texten trifft er offensichtlich den Nerv seiner Leserinnen und Leser, denn in den vergangenen Jahren ist auch Franz Hohlers kinderliterarisches Werk mit wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet worden, darunter der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, der Schweizerische Jugendbuchpreis, der Prix Enfantaisie und der Heidelberger Leander.

Franz Hohlers kinderliterarisches Werk zeichnet sich nicht zuletzt auch durch eine große Bandbreite der Gattungen aus, darunter Erzählungen, Kurzprosa und Theaterstücke, vor allem aber Kinderlyrik. Seiner großen Sprachkraft, aber auch der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern ist zu verdanken, dass er neben Kindern auch immer Erwachsene zu seinen begeisternden Leserinnen und Lesern rechnen konnte.

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 Euro ist im Jahr 2021 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung findet am 12. November 2021 in Volkach statt. Die Laudatio auf Franz Hohler spricht die Redakteurin, freie Journalistin und Autorin Uta Hartmann-Beth. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Gitarrist Johannes Öllinger.

Uwe-Michael Gutzschhahn

Franz Hohler,
Foto: privat

KINDERLYRIK AKTUELL:
GESPRÄCH MIT DICHTER:INNEN

Freitag, 13. November, 14:30 – 15:30 Uhr, Online-Veranstaltung (via zoom)

Warum Kinder jeden Tag mit Gedichten in Berührungen kommen sollten oder warum Kinderlyrik nicht nur für Kinder spannend sein kann, erörtert Dr. Jana Mikota mit ihren Gästen Uwe-Michael Gutzschhahn (Großer Preis 2018), Heinz Janisch (Großer Preis 2020), Nils Mohl (nominiert für Josef Guggenmos-Preis 2020), Arne Rautenberg (Josef Guggenmos-Preis 2016), Leta Semadeni (Josef Guggenmos-Preis 2020) in dieser illustren Talk-Runde. Aber nicht nur das – die bekannten Lyriker:innen stellen auch ihr Können unter Beweis und zeigen: Lyrik gehört zum Leben!

Eine Kooperation mit der Universität Siegen.

Die Teilnahmezahl ist begrenzt, daher wird um Anmeldung per E-Mail gebeten. Sie erhalten eine Bestätigung mit Zugangscode.

JOSEF GUGGENMOS PREIS FÜR KINDERLYRIK

2020: Heinz Janisch

Still sein und lesen. Das sind schöne Stunden. Man liest – und ist alles gewesen. Man hat nichts gesucht – und hat alles gefunden.
(Wo kann ich das Glück suchen? Jungbrunnen 2015).

So lautet eines der schönsten Gedichte von Heinz Janisch, der im Januar 2020 seinen 60. Geburtstag gefeiert hat. In Würdigung seines umfassenden und vielseitigen kinderliterarischen Schaffens erhält Heinz Janisch, einer der wichtigsten österreichischen Lyriker der Gegenwart, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Heinz Janisch, 1960 im Burgenland geboren, begann schon als Kind damit, Geschichten für Kinder zu schreiben, seine seit dem Ende der 1980er-Jahre erscheinenden zahlreichen Werke, und hier in erster Linie illustrierte Erzählungen und Gedichtbände, wollen bei den Kindern (und auch den Erwachsenen) ein Bewusstsein für die vielen Facetten von Sprache wecken und ihnen zugleich die Scheu vor Gedichten nehmen. Ein Konzept, das offensichtlich von großem Erfolg gekrönt ist, denn in den vergangenen 30 Jahren ist Heinz Janischs Werk mit wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet worden, darunter mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur, dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Bologna Ragazzi Award sowie dem Österreichischen Kunstpreis für Kinder- und Jugendliteratur, und zudem – bei Lyrik immer noch eine Seltenheit – in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

In seinen Gedichten und Erzählungen bringt Janisch zeitlose Themen aus der Lebenswelt von Kindern in poetischer Weise zur Sprache: die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Glück, der Traum jemand ganz anderes zu sein, die Bedeutung von Freundschaft, auch zwischen den Generationen, Angst haben und mutig sein, Schutz suchen und Beschützer sein. So breit sich das Spektrum von Heinz Janischs Themen gestaltet, so groß ist auch die Bandbreite der Gattungen: Lyrik und kurze Prosaformen, darunter Kurz- und Kürzestgeschichten, religiöse und biblische Erzählungen, Tiermärchen. Wollte man versuchen, Heinz Janischs Werk auf einen Nenner zu bringen, so wäre es die überbordende künstlerische Gestaltungskraft, die alle seine Texte in einzigartiger Weise auszeichnet. Sie vor allem hat dazu beigetragen, dass Heinz Janisch neben Kindern auch immer Erwachsene zu seinen begeisterten Leser:innen rechnen konnte.

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2020 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Der Preis wurde am 20. November 2020 in einer virtuellen Veranstaltung verliehen. Die Laudatio auf Heinz Janisch sprach Arne Rautenberg, Träger des Josef Guggenmos-Preises 2016. Die musikalische Gestaltung übernahm der Gitarrist Johannes Öllinger.

Uwe-Michael Gutzschhahn

Heinz Janisch,
Foto: © Brigitte Friedrich

KIRSTEN BOIE WIRD 70!

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur gratuliert der Hamburger Schriftstellerin und Trägerin des Großen Preises 2008 herzlich zum Geburtstag

Dieser Glückwunsch verbindet sich mit dem Dank für die Vielfalt der innovativen literarischen Welten, die Kirsten Boie für Kinder und Jugendliche geschaffen hat und für ihr herausragendes Engagement im Rahmen der Leseförderung. Kirsten Boie ist zudem mit ihren Geschichten in vielen Medien zu Hause, weil deren Attraktivität nicht selten den Anreiz für Umsetzungen in Filmen und Hörmedien bot. Angesichts der Fülle der gestalteten Themen und der gewählten ästhetischen Mittel fällt es schwer, in wenigen Worten das Besondere im kinderliterarischen Schaffen dieser Autorin auf den Punkt zu bringen.

Die Breite der Themen ihrer erzählten Geschichten ist ebenso bemerkenswert wie der Verzicht auf ein modisch-oberflächliches „Bedienen“ bevorzugter Trends: Gewalt (Erwachsene reden. Marco hat was getan, Nicht Chicago, nicht hier), Rollenmuster in der Familie und deren Umkehrung (Mit Jakob wurde alles ganz anders), Kinder in „Scheidungsfamilien“ bzw. veränderten Familienformen (Man darf mit dem Glück nicht drängelig sein, Nella Propella), Verschweigen und Verdrängen krisenhafter Beziehungen in der Familie und Generationskonflikte (Mit Kindern redet ja keiner, Das Ausgleichskind), soziale Gegensätze in der Gesellschaft und Leben in verschiedenen Milieus (Ich ganz cool, Prinz und Bottelknabe, Eine wunderbare Liebe). Der Versuch einer thematischen Zuordnung ihrer Geschichten offenbart allerdings wenig von dem, was den Reiz und die Qualität des literarischen Werks von Kirsten Boie ausmacht. Im Gegensatz zu nicht wenigen interessanten realistischen Erzählungen junger Autoren verankert Kirsten Boie ihre Familiengeschichten, ihre Freundschafts- und Liebes-Erzählungen in größere soziale und gesellschaftliche Rahmen.

Uwe-Michael Gutzschhahn

Kirsten Boie
Foto:
Indra Ohlemutz

Dabei ist es erstaunlich, auf welch unterschiedliche Weise die Autorin den Weg zu ihren Lesern findet: Bei der Gestaltung sehr ernsthafter Probleme, die kindliches Leben bedrohen und einschränken können, findet sie zu einer Wahl humorvoller Mittel, die niemals dazu führen, dass die Konflikte banalisiert und weggelächelt werden. Derartige Besonderheiten finden sich in ganz unterschiedlichen ästhetischen Ausdrucksformen in ihren Kinder- und Jugendromanen und auch in ihren Erstlesetexten, die – wie ihre beliebten King-Kong-Geschichten offenbaren – in der Kinderliteratur-Szene unübertroffen sind.

Gleichsam als eine Grundlage ihres künstlerischen Schaffens und sozialen Engagements tritt Kirsten Boie auch mit Überlegungen zur veränderten Kindheit, zu sozialen Benachteiligungen und deren Auswirkungen für kindliches Leben an die Öffentlichkeit. Noch immer ist vielen Akademiemitgliedern in Erinnerung, wie Kirsten Boie anlässlich einer vor Jahren stattgefundenen Jahrestagung ihre Gedanken zum Thema „Realismus im Kinderbuch“ äußerte. In ihrer Antwort auf die Frage „Wie muss man heute für Kinder schreiben?“ offenbarte sich natürlich auch die promovierte Literaturwissenschaftlerin, der es mit ihrer ernsthaften und humorvollen Art gelang – fernab von akademischer Gelehrsamkeit – über das Verhältnis von Inhalt und künstlerische Form nachzudenken.

Erstaunlich ist die Aktualität vieler literarischer Geschichten, die Kirsten Boie bereits vor Jahrzehnten entworfen hat – das betrifft das Thema Gewalt ebenso wie das Leben im veränderten Familien- und Generationen-Kontext. Das bedeutet auch, ihre Geschichten sind nicht von der Wirklichkeit überholt worden, sondern sie widerspiegeln, wie seismographisch die Autorin individuelle und soziale Brennpunkt-Themen gespürt und gestaltet hat. Dazu gehört auch ihr Interesse am Leben in weit entfernten Regionen und an der gegenwärtig bedrängenden Fluchtproblematik in ihren Auswirkungen auf kindliches Leben. Die Texte Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen und Bestimmt wird alles gut offenbaren den ästhetischen Gestaltungsspielraum der Schriftstellerin – von den berührenden Geschichten bedrohter und beschädigter Kindheit bis zu Hoffnung verheißenden Möglichkeiten einer Rettung.

Kirsten Boie hat für ihr Werk und ihr soziales Engagement eine Fülle von Preisen und Auszeichnungen erhalten – auch den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, mit dem insbesondere ihr literarisches Werk gewürdigt wurde. Zudem empfinden die Mitglieder der Akademie großen Dank für Kirsten Boies außerordentliches Engagement im Rahmen der Leseförderung, das nicht zuletzt in ihrer Heimatstadt Hamburg kürzlich große Anerkennung erfuhr.

Eine Betrachtung des facettenreichen Wirkens der Jubilarin regt die Frage nach dem Zentrum ihres Schaffens an, die dann zu der überraschenden Antwort führen dürfte, dass sich alle Teile zu einer Einheit fügen: ein großes soziales Engagement, ein Gespür für die Hintergründe gesellschaftlicher Konflikte und Dissonanzen, eine enorme Begabung in der Entfaltung künstlerischer Welten, die die wahrgenommenen realen Welten in überraschenden Szenarien offenbaren. Kirsten Boie ist sensible Beobachterin und aktive Gestalterin zugleich.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und ihre Mitglieder wünschen der Autorin weiterhin viele Ideen in der Entfaltung ihrer künstlerischen Welten und in ihrem Wirken im Rahmen der Leseförderung. Einen spezifischen Dank möchte die Akademie mit ihrer nächsten Jahrestagung zum Ausdruck bringen: Im Umfeld des Geburtstags befasst sich die Akademie intensiv mit dem Werk von Kirsten Boie und stellt die Tagung im Jahr 2021 unter das Thema „Das Erzählwerk von Mirjam Pressler und Kirsten Boie im Kontext der Wandlungsprozesse realistischen Erzählens in der deutschen Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart“ (weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit auf der Website der Akademie). Auf diese Weise kann es gelingen, im diachronen und synchronen Prozess die Spezifik der literarischen Texte Kirsten Boies zu erfassen, einen facettenreichen Zugang zu diesem einzigartigen Werk zu bieten und die Vielfalt der von Kirsten Boie gestalteten Themen und die Originalität der gewählten ästhetischen Mittel und Strukturen zu zeigen. Die Wahl des Kontextes eröffnet zugleich die Möglichkeit des subtilen Erfassens von Traditionslinien, die sich im Schaffen von Kirsten Boie spiegeln. All diese Aspekte sollen in der Tagung in einer Weise thematisiert werden, dass die Originalität des einzelnen literarischen Textes nicht hinter theoretischen Einordnungen verschwindet, sondern dessen ästhetische Einzigartigkeit gerade durch eine Kontextualisierung erhellt wird.

Für die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur
Prof. Dr. Karin Richter

19. März 2020

2019: Tamara Bach

Eine der bedeutendsten jugendliterarischen Autorinnen unserer Zeit, erhält in Würdigung ihres umfassenden und vielseitigen Schaffens den GROSSEN PREIS der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: Tamara Bach (Berlin). Ihre seit 2003 erscheinenden Romane, die mittlerweile in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt wurden, sind vorrangig den vielfältigen Erscheinungsformen des Heranwachsens gewidmet, der Suche von jugendlichen Akteuren nach einer eigenen Identität in einer modernen Gesellschaft, in der nichts mehr vorgegeben ist, sondern alles individuellen Aushandlungsprozessen unterliegt. Vielfach sind es Mädchen oder junge Frauen, die im Zentrum dieser Identitätsfindungsprozesse stehen, denen immer auch die Gefahr des Scheiterns eingeschrieben ist. Es geht um das Ausloten der eigenen Möglichkeiten wie Grenzen – gegenüber den Peers des eigenen wie des anderen Geschlechts, gegenüber den Eltern wie des Umfelds in seiner Gesamtheit. Literarische Maßstäbe haben die Romane von Tamara Bach aber auch in formaler Hinsicht gesetzt – in der Dominanz der subjektiven, nicht selten auch mehrperspektivischen Erzählverfahren, bei denen die Leser immer zum eigenen Urteil aufgerufen sind, in der Konturierung der komplexen, unverwechselbaren Figuren, in der Abbildung von Universen, die nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen medialen Bezüge, Zitate und Verweise unschwer als die Gegenwart der Leser identifiziert werden können: Jetzt ist hier lautet bezeichnenderweise der Titel einer der Romane.

Dieser große Gestaltungswille, diese künstlerische Ausdruckskraft, zeichnet Tamara Bachs Werke von Beginn an aus, ihren Erstling Marsmädchen ebenso wie Busfahrt mit Kuhn, Was vom Sommer übrig ist oder Marienbilder; stets beschreitet sie neue Wege, erprobt neue Formen. Dabei ignoriert sie ganz offensichtlich den jugendliterarischen Mainstream, was aber dem großen Erfolg ihrer Romane keinen Abbruch tut. Und so prägt Tamara Bach, 1976 in Limburg geboren, mit ihren Werken die deutschsprachige Jugendliteratur in entscheidender und unverwechselbarer Weise. Dafür wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis oder dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2019 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung fand am 15. November 2019 im Schelfenhaus in Volkach statt. Laudator war Franz Lettner, Chefredakteur der Zeitschrift 1001 Buch (Wien). Die musikalische Gestaltung übernahm der Gitarrist Johannes Öllinger (München).

Uwe-Michael Gutzschhahn

Tamara Bach,
Foto: © Privat

2018: Uwe-Michael Gutzschhahn

In Würdigung seines umfassenden kinder- und jugendliterarischen Werkes erhält Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn (München) den GROSSEN PREIS der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Wie kaum ein anderer seiner Generation hat er sich seit nunmehr vier Jahrzehnten in nahezu allen Feldern der Kinder- und Jugendliteratur betätigt: als Lektor und Programmleiter in verschiedenen Kinder- und Jugendbuchverlagen, als Herausgeber von Erzähltext- und Gedicht-Anthologien, als Verfasser von Romanen, Erzählungen und zahlreichen Gedichten, die sich an Leserinnen und Leser aller Altersstufen richten, sowie als begnadeter Übersetzer aus dem Englischen. Die Bandbreite seiner Übersetzungen erstreckt sich von Kinder- und Jugendromanen über Bilderbücher bis hin zu Gedichten. Dabei gestaltet er die Grenzen zur allgemeinen Literatur und den erwachsenen Leserinnen und Lesern stets offen, indem er die formalen und inhaltlichen Grenzen seiner Texte immer wieder aufs Neue auslotet. Er gilt als ein Meister der Sprache, der Sprachreflexion, was er in seinen Übersetzungen, vor allem aber in seinen Gedichten, auf sehr überzeugende Weise unter Beweis stellt. Zu Recht gilt er als eine der wichtigsten kinder- und jugendliterarischen Lyrikstimmen der Gegenwart.

Geboren 1952 im Rheinland, wuchs Uwe-Michael Gutzschhahn in Dortmund auf, studierte Germanistik und Anglistik an der Ruhr-Universität in Bochum und promovierte dort 1978 mit einer Arbeit über den Schriftsteller Christoph Meckel. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Bis 2001 arbeitete er neben seiner Autoren- und Editionstätigkeit in verschiedenen Verlagen. Inzwischen konzentriert er sich als Herausgeber, Übersetzer und Autor ganz auf sein literarisches Werk, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2006 und 2009) sowie dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis (2011).

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2018 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung fand am 19. Oktober 2018 im Schelfenhaus in Volkach statt. Laudator war Michael Augustin, Schriftsteller und Rundfunkredakteur (Bremen). Die Journalistin Antje Ehmann moderierte den Abend. Die musikalische Gestaltung übernahmen Johannes Öllinger und Evi Keglmaier (München).

Uwe-Michael Gutzschhahn

Uwe-Michel Gutzschhahn,
Foto:
© Miriam G. Möllers

Preisträger:innen (seit 1976)

2020 Heinz Janisch

2019 Tamara Bach

2018 Uwe-Michael Gutzschhahn

2017 Alois Prinz

2016 Rotraut Susanne Berner

2015 Rafik Schami

2014 Jutta Richter

2013 Klaus Marschall mit der Augsburger Puppenkiste

2012 Lisbeth Zwerger

2011 Peter Härtling

2010 Klaus Ensikat

2009 Gudrun Pausewang

2008 Dr. Kirsten Boie

2007 Nikolaus Heidelbach

2006 Chen Jun

2005 Max Bolliger

2004 Binette Schröder

2003 Renate Welsh

2002 Rudolf Herfurtner

2001 Mirjam Pressler

2000 Max Kruse

1999 Klaus Kordon

1998 Walter Kahn mit der Märchen-Stiftung Walter Kahn

1997 Margret und Rolf Rettich

1996 James Krüss

1995 Käthe Recheis

1994 Arnulf Zitelmann

1993 Hans-Peter Thiel

1992 Josef Guggenmos

1991 Helme Heine

1990 Sigrid Heuck

1989 Heinz Wegehaupt

1988 Otfried Preußler

1987 Paul Maar

1986 Internationale Jugendbibliothek München (ijb)

1985 Ludwig Denecke und Heinz Rölleke

1984 Herbert Holzing

1983 Kurt Lütgen

1982 Barbara Bartos-Höppner

1981 Richard Bamberger und Cesar Bresgen

1980 Michael Ende

1979 Anna Krüger und Max Lüthi

1978 Willi Fährmann und Hans-Georg Noack

1977 Barbara Mandler-Bondy

1976 Walter Scherf

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