GROSSER PREIS2019-07-08T22:59:44+02:00
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GROẞER PREIS

GROSSER PREIS

2019: Tamara Bach

Eine der bedeutendsten jugendliterarischen Autorinnen unserer Zeit, erhält in Würdigung ihres umfassenden und vielseitigen Schaffens den GROSSEN PREIS der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: Tamara Bach (Berlin). Ihre seit 2003 erscheinenden Romane, die mittlerweile in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt wurden, sind vorrangig den vielfältigen Erscheinungsformen des Heranwachsens gewidmet, der Suche von jugendlichen Akteuren nach einer eigenen Identität in einer modernen Gesellschaft, in der nichts mehr vorgegeben ist, sondern alles individuellen Aushandlungsprozessen unterliegt. Vielfach sind es Mädchen oder junge Frauen, die im Zentrum dieser Identitätsfindungsprozesse stehen, denen immer auch die Gefahr des Scheiterns eingeschrieben ist. Es geht um das Ausloten der eigenen Möglichkeiten wie Grenzen – gegenüber den Peers des eigenen wie des anderen Geschlechts, gegenüber den Eltern wie des Umfelds in seiner Gesamtheit. Literarische Maßstäbe haben die Romane von Tamara Bach aber auch in formaler Hinsicht gesetzt – in der Dominanz der subjektiven, nicht selten auch mehrperspektivischen Erzählverfahren, bei denen die Leser immer zum eigenen Urteil aufgerufen sind, in der Konturierung der komplexen, unverwechselbaren Figuren, in der Abbildung von Universen, die nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen medialen Bezüge, Zitate und Verweise unschwer als die Gegenwart der Leser identifiziert werden können: Jetzt ist hier lautet bezeichnenderweise der Titel einer der Romane.

Dieser große Gestaltungswille, diese künstlerische Ausdruckskraft, zeichnet Tamara Bachs Werke von Beginn an aus, ihren Erstling Marsmädchen ebenso wie Busfahrt mit Kuhn, Was vom Sommer übrig ist oder Marienbilder; stets beschreitet sie neue Wege, erprobt neue Formen. Dabei ignoriert sie ganz offensichtlich den jugendliterarischen Mainstream, was aber dem großen Erfolg ihrer Romane keinen Abbruch tut. Und so prägt Tamara Bach, 1976 in Limburg geboren, mit ihren Werken die deutschsprachige Jugendliteratur in entscheidender und unverwechselbarer Weise. Dafür wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis oder dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2019 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung fand am 15. November 2019 im Schelfenhaus in Volkach statt. Laudator war Franz Lettner, Chefredakteur der Zeitschrift 1001 Buch (Wien). Die musikalische Gestaltung übernahm der Gitarrist Johannes Öllinger (München).

Uwe-Michael Gutzschhahn

Tamara Bach,
Foto: © Privat

2018: Uwe-Michael Gutzschhahn

In Würdigung seines umfassenden kinder- und jugendliterarischen Werkes erhält Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn (München) den GROSSEN PREIS der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Wie kaum ein anderer seiner Generation hat er sich seit nunmehr vier Jahrzehnten in nahezu allen Feldern der Kinder- und Jugendliteratur betätigt: als Lektor und Programmleiter in verschiedenen Kinder- und Jugendbuchverlagen, als Herausgeber von Erzähltext- und Gedicht-Anthologien, als Verfasser von Romanen, Erzählungen und zahlreichen Gedichten, die sich an Leserinnen und Leser aller Altersstufen richten, sowie als begnadeter Übersetzer aus dem Englischen. Die Bandbreite seiner Übersetzungen erstreckt sich von Kinder- und Jugendromanen über Bilderbücher bis hin zu Gedichten. Dabei gestaltet er die Grenzen zur allgemeinen Literatur und den erwachsenen Leserinnen und Lesern stets offen, indem er die formalen und inhaltlichen Grenzen seiner Texte immer wieder aufs Neue auslotet. Er gilt als ein Meister der Sprache, der Sprachreflexion, was er in seinen Übersetzungen, vor allem aber in seinen Gedichten, auf sehr überzeugende Weise unter Beweis stellt. Zu Recht gilt er als eine der wichtigsten kinder- und jugendliterarischen Lyrikstimmen der Gegenwart.

Geboren 1952 im Rheinland, wuchs Uwe-Michael Gutzschhahn in Dortmund auf, studierte Germanistik und Anglistik an der Ruhr-Universität in Bochum und promovierte dort 1978 mit einer Arbeit über den Schriftsteller Christoph Meckel. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Bis 2001 arbeitete er neben seiner Autoren- und Editionstätigkeit in verschiedenen Verlagen. Inzwischen konzentriert er sich als Herausgeber, Übersetzer und Autor ganz auf sein literarisches Werk, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2006 und 2009) sowie dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis (2011).

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2018 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung fand am 19. Oktober 2018 im Schelfenhaus in Volkach statt. Laudator war Michael Augustin, Schriftsteller und Rundfunkredakteur (Bremen). Die Journalistin Antje Ehmann moderierte den Abend. Die musikalische Gestaltung übernahmen Johannes Öllinger und Evi Keglmaier (München).

Uwe-Michael Gutzschhahn

Uwe-Michel Gutzschhahn,
Foto:
© Miriam G. Möllers

Preisträgerinnen und Preisträger seit 1976

2017 Alois Prinz

2016 Rotraut Susanne Berner

2015 Rafik Schami

2014 Jutta Richter

2013 Klaus Marschall mit der Augsburger Puppenkiste

2012 Lisbeth Zwerger

2011 Peter Härtling

2010 Klaus Ensikat

2009 Gudrun Pausewang

2008 Dr. Kirsten Boie

2007 Nikolaus Heidelbach

2006 Chen Jun

2005 Max Bolliger

2004 Binette Schröder

2003 Renate Welsh

2002 Rudolf Herfurtner

2001 Mirjam Pressler

2000 Max Kruse

1999 Klaus Kordon

1998 Walter Kahn mit der Märchen-Stiftung Walter Kahn

1997 Margret und Rolf Rettich

1996 James Krüss

1995 Käthe Recheis

1994 Arnulf Zitelmann

1993 Hans-Peter Thiel

1992 Josef Guggenmos

1991 Helme Heine

1990 Sigrid Heuck

1989 Heinz Wegehaupt

1988 Otfried Preußler

1987 Paul Maar

1986 Internationale Jugendbibliothek München (ijb)

1985 Ludwig Denecke und Heinz Rölleke

1984 Herbert Holzing

1983 Kurt Lütgen

1982 Barbara Bartos-Höppner

1981 Richard Bamberger und Cesar Bresgen

1980 Michael Ende

1979 Anna Krüger und Max Lüthi

1978 Willi Fährmann und Hans-Georg Noack

1977 Barbara Mandler-Bondy

1976 Walter Scherf