GROSSER PREIS2020-03-18T22:57:43+01:00
PREISE & AUSZEICHNUNGEN
GROẞER PREIS

GROSSER PREIS

KINDERLYRIK AKTUELL:
GESPRÄCH MIT DICHTER:INNEN

Freitag, 13. November, 14:30 – 15:30 Uhr, Online-Veranstaltung (via zoom)

Warum Kinder jeden Tag mit Gedichten in Berührungen kommen sollten oder warum Kinderlyrik nicht nur für Kinder spannend sein kann, erörtert Dr. Jana Mikota mit ihren Gästen Uwe-Michael Gutzschhahn (Großer Preis 2018), Heinz Janisch (Großer Preis 2020), Nils Mohl (nominiert für Josef Guggenmos-Preis 2020), Arne Rautenberg (Josef Guggenmos-Preis 2016), Leta Semadeni (Josef Guggenmos-Preis 2020) in dieser illustren Talk-Runde. Aber nicht nur das – die bekannten Lyriker:innen stellen auch ihr Können unter Beweis und zeigen: Lyrik gehört zum Leben!

Eine Kooperation mit der Universität Siegen.

Die Teilnahmezahl ist begrenzt, daher wird um Anmeldung per E-Mail gebeten. Sie erhalten eine Bestätigung mit Zugangscode.

JOSEF GUGGENMOS PREIS FÜR KINDERLYRIK

2020: Heinz Janisch

Still sein und lesen. Das sind schöne Stunden. Man liest – und ist alles gewesen. Man hat nichts gesucht – und hat alles gefunden.
(Wo kann ich das Glück suchen? Jungbrunnen 2015).

So lautet eines der schönsten Gedichte von Heinz Janisch, der im Januar 2020 seinen 60. Geburtstag gefeiert hat. In Würdigung seines umfassenden und vielseitigen kinderliterarischen Schaffens erhält Heinz Janisch, einer der wichtigsten österreichischen Lyriker der Gegenwart, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Heinz Janisch, 1960 im Burgenland geboren, begann schon als Kind damit, Geschichten für Kinder zu schreiben, seine seit dem Ende der 1980er-Jahre erscheinenden zahlreichen Werke, und hier in erster Linie illustrierte Erzählungen und Gedichtbände, wollen bei den Kindern (und auch den Erwachsenen) ein Bewusstsein für die vielen Facetten von Sprache wecken und ihnen zugleich die Scheu vor Gedichten nehmen. Ein Konzept, das offensichtlich von großem Erfolg gekrönt ist, denn in den vergangenen 30 Jahren ist Heinz Janischs Werk mit wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet worden, darunter mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur, dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Bologna Ragazzi Award sowie dem Österreichischen Kunstpreis für Kinder- und Jugendliteratur, und zudem – bei Lyrik immer noch eine Seltenheit – in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

In seinen Gedichten und Erzählungen bringt Janisch zeitlose Themen aus der Lebenswelt von Kindern in poetischer Weise zur Sprache: die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Glück, der Traum jemand ganz anderes zu sein, die Bedeutung von Freundschaft, auch zwischen den Generationen, Angst haben und mutig sein, Schutz suchen und Beschützer sein. So breit sich das Spektrum von Heinz Janischs Themen gestaltet, so groß ist auch die Bandbreite der Gattungen: Lyrik und kurze Prosaformen, darunter Kurz- und Kürzestgeschichten, religiöse und biblische Erzählungen, Tiermärchen. Wollte man versuchen, Heinz Janischs Werk auf einen Nenner zu bringen, so wäre es die überbordende künstlerische Gestaltungskraft, die alle seine Texte in einzigartiger Weise auszeichnet. Sie vor allem hat dazu beigetragen, dass Heinz Janisch neben Kindern auch immer Erwachsene zu seinen begeisterten Leser:innen rechnen konnte.

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2020 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung findet am 20. November 2020 in der Mainschleifenhalle in Volkach statt. Die Laudatio auf Heinz Janisch spricht Arne Rautenberg, Träger des Josef Guggenmos-Preises 2016. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Gitarrist Johannes Öllinger.

Uwe-Michael Gutzschhahn

Heinz Janisch,
Foto: © Brigitte Friedrich

2019: Tamara Bach

Eine der bedeutendsten jugendliterarischen Autorinnen unserer Zeit, erhält in Würdigung ihres umfassenden und vielseitigen Schaffens den GROSSEN PREIS der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: Tamara Bach (Berlin). Ihre seit 2003 erscheinenden Romane, die mittlerweile in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt wurden, sind vorrangig den vielfältigen Erscheinungsformen des Heranwachsens gewidmet, der Suche von jugendlichen Akteuren nach einer eigenen Identität in einer modernen Gesellschaft, in der nichts mehr vorgegeben ist, sondern alles individuellen Aushandlungsprozessen unterliegt. Vielfach sind es Mädchen oder junge Frauen, die im Zentrum dieser Identitätsfindungsprozesse stehen, denen immer auch die Gefahr des Scheiterns eingeschrieben ist. Es geht um das Ausloten der eigenen Möglichkeiten wie Grenzen – gegenüber den Peers des eigenen wie des anderen Geschlechts, gegenüber den Eltern wie des Umfelds in seiner Gesamtheit. Literarische Maßstäbe haben die Romane von Tamara Bach aber auch in formaler Hinsicht gesetzt – in der Dominanz der subjektiven, nicht selten auch mehrperspektivischen Erzählverfahren, bei denen die Leser immer zum eigenen Urteil aufgerufen sind, in der Konturierung der komplexen, unverwechselbaren Figuren, in der Abbildung von Universen, die nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen medialen Bezüge, Zitate und Verweise unschwer als die Gegenwart der Leser identifiziert werden können: Jetzt ist hier lautet bezeichnenderweise der Titel einer der Romane.

Dieser große Gestaltungswille, diese künstlerische Ausdruckskraft, zeichnet Tamara Bachs Werke von Beginn an aus, ihren Erstling Marsmädchen ebenso wie Busfahrt mit Kuhn, Was vom Sommer übrig ist oder Marienbilder; stets beschreitet sie neue Wege, erprobt neue Formen. Dabei ignoriert sie ganz offensichtlich den jugendliterarischen Mainstream, was aber dem großen Erfolg ihrer Romane keinen Abbruch tut. Und so prägt Tamara Bach, 1976 in Limburg geboren, mit ihren Werken die deutschsprachige Jugendliteratur in entscheidender und unverwechselbarer Weise. Dafür wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis oder dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2019 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung fand am 15. November 2019 im Schelfenhaus in Volkach statt. Laudator war Franz Lettner, Chefredakteur der Zeitschrift 1001 Buch (Wien). Die musikalische Gestaltung übernahm der Gitarrist Johannes Öllinger (München).

Uwe-Michael Gutzschhahn

Tamara Bach,
Foto: © Privat

2018: Uwe-Michael Gutzschhahn

In Würdigung seines umfassenden kinder- und jugendliterarischen Werkes erhält Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn (München) den GROSSEN PREIS der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Wie kaum ein anderer seiner Generation hat er sich seit nunmehr vier Jahrzehnten in nahezu allen Feldern der Kinder- und Jugendliteratur betätigt: als Lektor und Programmleiter in verschiedenen Kinder- und Jugendbuchverlagen, als Herausgeber von Erzähltext- und Gedicht-Anthologien, als Verfasser von Romanen, Erzählungen und zahlreichen Gedichten, die sich an Leserinnen und Leser aller Altersstufen richten, sowie als begnadeter Übersetzer aus dem Englischen. Die Bandbreite seiner Übersetzungen erstreckt sich von Kinder- und Jugendromanen über Bilderbücher bis hin zu Gedichten. Dabei gestaltet er die Grenzen zur allgemeinen Literatur und den erwachsenen Leserinnen und Lesern stets offen, indem er die formalen und inhaltlichen Grenzen seiner Texte immer wieder aufs Neue auslotet. Er gilt als ein Meister der Sprache, der Sprachreflexion, was er in seinen Übersetzungen, vor allem aber in seinen Gedichten, auf sehr überzeugende Weise unter Beweis stellt. Zu Recht gilt er als eine der wichtigsten kinder- und jugendliterarischen Lyrikstimmen der Gegenwart.

Geboren 1952 im Rheinland, wuchs Uwe-Michael Gutzschhahn in Dortmund auf, studierte Germanistik und Anglistik an der Ruhr-Universität in Bochum und promovierte dort 1978 mit einer Arbeit über den Schriftsteller Christoph Meckel. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Bis 2001 arbeitete er neben seiner Autoren- und Editionstätigkeit in verschiedenen Verlagen. Inzwischen konzentriert er sich als Herausgeber, Übersetzer und Autor ganz auf sein literarisches Werk, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2006 und 2009) sowie dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis (2011).

Stifterin des GROSSEN PREISES in Höhe von 5.000 € ist im Jahr 2018 die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.

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Die Preisverleihung fand am 19. Oktober 2018 im Schelfenhaus in Volkach statt. Laudator war Michael Augustin, Schriftsteller und Rundfunkredakteur (Bremen). Die Journalistin Antje Ehmann moderierte den Abend. Die musikalische Gestaltung übernahmen Johannes Öllinger und Evi Keglmaier (München).

Uwe-Michael Gutzschhahn

Uwe-Michel Gutzschhahn,
Foto:
© Miriam G. Möllers

Preisträger:innen (seit 1976)

2020 Heinz Janisch

2019 Tamara Bach

2018 Uwe-Michael Gutzschhahn

2017 Alois Prinz

2016 Rotraut Susanne Berner

2015 Rafik Schami

2014 Jutta Richter

2013 Klaus Marschall mit der Augsburger Puppenkiste

2012 Lisbeth Zwerger

2011 Peter Härtling

2010 Klaus Ensikat

2009 Gudrun Pausewang

2008 Dr. Kirsten Boie

2007 Nikolaus Heidelbach

2006 Chen Jun

2005 Max Bolliger

2004 Binette Schröder

2003 Renate Welsh

2002 Rudolf Herfurtner

2001 Mirjam Pressler

2000 Max Kruse

1999 Klaus Kordon

1998 Walter Kahn mit der Märchen-Stiftung Walter Kahn

1997 Margret und Rolf Rettich

1996 James Krüss

1995 Käthe Recheis

1994 Arnulf Zitelmann

1993 Hans-Peter Thiel

1992 Josef Guggenmos

1991 Helme Heine

1990 Sigrid Heuck

1989 Heinz Wegehaupt

1988 Otfried Preußler

1987 Paul Maar

1986 Internationale Jugendbibliothek München (ijb)

1985 Ludwig Denecke und Heinz Rölleke

1984 Herbert Holzing

1983 Kurt Lütgen

1982 Barbara Bartos-Höppner

1981 Richard Bamberger und Cesar Bresgen

1980 Michael Ende

1979 Anna Krüger und Max Lüthi

1978 Willi Fährmann und Hans-Georg Noack

1977 Barbara Mandler-Bondy

1976 Walter Scherf

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